Deshalb läuft das Impfkarussell in Vorarlberg jetzt runder

Vorarlberg / 02.03.2021 • 16:40 Uhr
Deshalb läuft das Impfkarussell in Vorarlberg jetzt runder
Gedränge in den Impfzentren soll es bald nicht mehr geben. VN/SAMS

Vormerksystem soll Missbrauch nach Möglichkeit verhindern.

Bregenz Die Zahlen steigen langsam, aber sie steigen. Derzeit sind rund 134.000 Personen für eine Covid-19-Impfung vorgemerkt, gut 26.000 von ihnen haben sie erhalten, der große Rest wartet noch. Verimpft wird, was an Impfstoff verfügbar ist, und da lebt das Land buchstäblich von der Hand in die Nadel. Die zugeteilten Mengen lassen eine Vorausplanung für gerade einmal zwei bis drei Wochen zu.  An diesem Wochenende werden über 9000 Personen eine Impfung erhalten.

Um Aufklärung bemüht

Nach einigen Turbulenzen scheint das Impfkarussell nun runder zu laufen. „Wir impfen richtig“, versicherte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher im Rahmen eines Hintergrundgesprächs. Ohne Code komme niemand mehr am Vormerksystem vorbei. Allerdings gibt es eine Schwachstelle. Werden von Firmen oder Organisationen für Mitarbeitende Codes bestellt, lässt sich nicht mehr nachverfolgen, ob diese tatsächlich bei den betreffenden Personen ankommen. Rüscher hofft jedoch, dass es zu keiner vorsätzlich missbräuchlichen Verwendung kommt.

Alle an der Impf-Organisation Beteiligten waren um Aufklärung von Sachverhalten bemüht, die offenbar noch immer bewegen. Bei den Anfang Jänner in den Spitälern verimpften Dosen habe es sich um ein zusätzliches Kontingent gehandelt. „Niemandem wurde etwas weggenommen“, betonte Rüscher. Dass sich unter den eingeladenen Impfwilligen inzwischen immer mehr jüngere Personen befinden, liegt wiederum am Impfstoff. „Die Verfügbarkeit von AstraZeneca-Vakzinen macht es möglich, bereits priorisierte Personen aus der Phase 2 zu impfen, und da sind eben auch jüngere Leute dabei“, löste Martina Rüscher auf. Ab April könnte nach derzeitigem Stand der Dinge die drei- bis vierfache Menge an AstraZeneca-Impfstoff ins Land kommen. Rüscher: „Dann hätten wir bis im Sommer alle, die sich impfen lassen wollen, durchgeimpft.“

Zusätzliche Abstufungen

Eine Impfkampagne, wie sie die Coronapandemie erfordert, stellt sich als komplexer Prozess dar. Vom Land wurden dafür ein Impfkoordinator, ein Impfgremium, ein Kategorisierungsteam sowie eine Impfleitstelle eingerichtet. Basis ihrer Arbeit ist ein bundesweit verbindlicher Impfplan. Es gibt 130 Gruppen, wobei innerhalb dieser Gruppen zusätzliche Abstufungen vorgenommen worden sind, um exponierte Personen nach vorne zu rücken. Pro Gruppe erhält, so vorhanden, ein Hauptverantwortlicher die Codes, der sie an die betreffenden Personen weiterreicht, die sie dann im Vormerksystem eingeben müssen. Erst dann gilt die Absicht zur Impfung als definitiv bestätigt.

Langes Warten auf den Code

Die Einladungen erfolgen durch die Impfleitstelle, ebenso die Festlegungen der Impfzeiten. Sie führt auch die sogenannten Back-up-Listen. Die darauf registrierten Impfwilligen werden einen Tag vorher verständigt und gebeten, sich bereitzuhalten. Was die Impfzentren anlangt, vor und auch in denen sich in den vergangenen Wochen meist lange Schlangen bildeten, sollen die Zugänge jetzt sicherer gemacht werden. „Wir möchten ja keine Impfcluster erzeugen“, merkte der Impfkoordinator der Ärztekammer, Robert Spiegel, an. Sobald genug Impfstoff zur Verfügung steht, wird in der Breite geimpft. Für die meisten heißt es deshalb wohl noch länger auf den Code warten, der die Tür zum Nadelstich öffnet. Informationen dazwischen liefert nur ein Newsletter, der beim Land bestellt werden kann. Rund 20.000 nehmen ihn bislang in Anspruch.