Wolfurt investiert heuer 7,7 Millionen Euro

Vorarlberg / 26.02.2021 • 16:17 Uhr
Im Budget sind auch Mittel für Sanierungen im Schloss vorgesehen.<span class="copyright">hapf/3</span>
Im Budget sind auch Mittel für Sanierungen im Schloss vorgesehen.hapf/3

Schloss Wolfurt, Kindergartenplanung, Radwegausbau, Zentrumsgestaltung im Fokus.

Wolfurt Einstimmig verabschiedet wurde von der Wolfurter Gemeindevertretung das Budget 2021. Über 7,7 Millionen Euro stehen auf dem Investitionsplan. Der Großteil fließt in den Ankauf von Grundstücken im Bereich des künftigen neuen Dorfzentrums, den Ausbau der Wasserversorgung und Kanalisation sowie den Neubau von Gemeindestraßen. Trotz Einnahmenrückgängen und Ausgabensteigerungen können die laufenden Ausgaben durch die Einnahmen finanziert werden und es kann ein Überschuss von 1,3 Millionen Euro für Investitionen erwirtschaftet werden.

Laufende Großprojekte gesichert

„Unser Budget ist wie in allen Gemeinden geprägt durch die Coronakrise und die damit verbundenen Rückgänge bei den Einnahmen“, so Bürgermeister Christian Natter. Dennoch sei es gelungen, trotz der coronabedingten Einnahmeneinbrüche und Kostensteigerungen ein Budget zu erstellen, mit dem die Finanzierung laufender Großprojekte gesichert sei. „Allerdings war es nicht zu vermeiden, für Investitionen Darlehen aufzunehmen.“ Der Neuverschuldung stünden aber auch erhebliche Werte gegenüber, betont der Gemeindechef.

Zuversicht für kommende Jahre

Im Wolfurter Budget für 2021 stehen Einnahmen in Höhe von 27.821.900 Euro Ausgaben in Höhe von 29.397.900 Euro gegenüber. Das führt zu einem Nettoabgang von 1.576.000 Euro. Der Finanzierungshaushalt weist u.a. eine Darlehensaufnahme von drei Millionen Euro aus. Im Ergebnis führt dies zu einem Überschuss von 33.600 Euro. Bürgermeister Natter sieht zuversichtlich auf die nächsten Jahre: „Auch wenn in diesem und in den kommenden zwei bis vier Jahren die Budgeterstellungen mit großen Herausforderungen verbunden sind, ist aufgrund der gesunden finanziellen Ausgangssituation ein zukunftsorientiertes Arbeiten mit Augenmaß durchaus möglich.“

Die prognostizierten Einnahmen fallen in Summe um 775.900 Euro geringer aus als im vergangenen Jahr. Berücksichtigt ist darin bereits der Anteil Wolfurts an den vom Bund geschnürten zwei Corona-Hilfspaketen für die Gemeinden. Wolfurt bringen diese eine Investitionsförderung in Höhe von 886.200 Euro und einen Vorschuss auf die Ertragsanteile in Höhe von 740.000 Euro. Die Mehreinnahmen bei den Ertragsanteilen müssen jedoch ab 2023 dem Bund zurückgezahlt werden.

Umlagen deutlich höher

Für die zu berappenden Umlagen muss Wolfurt tiefer als vergangenes Jahr ins Gemeindesäckel greifen. Hier fließen sieben Millionen Euro aus dem Budget ab. Der Sozialfonds schlägt mit 3,09 Millionen Euro zu Buche, die Spitalskosten mit 2,21 Millionen Euro, und an Landesumlage sind 1,7 Millionen Euro an das Land abzuführen.

8,54 Mill. Euro Personalkosten

Der Beschäftigungsrahmen, der von der Gemeindevertretung bereits im Dezember beschlossen wurde (die VN-Heimat berichtete), weist insgesamt 198 Dienstposten aus. Darin enthalten sind das Gemeindeamt, Bauhof und Wassermeister, die sieben Gemeindekindergärten, Musikschule, Pflichtschulen und Schülerbetreuung, Buch & Spiel sowie Hauswarte und Raumpflege. Für das gesamte Personal wendet die Gemeinde heuer 8,54 Millionen Euro (2020: 7,7) auf.

Die Verschuldung der Gemeinde lag zu Jahresanfang bei 4,34 Millionen Euro. Per Jahresende wird ein Schuldenstand in Höhe von 7,3 Millionen Euro prognostiziert. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt damit bei 836 Euro. Bei Einrechnung der Darlehensbelastung der GIG (Gemeinde Immobilien GmbH) in Höhe von 5,4 Millionen Euro ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1453 Euro.

Wichtigste Investitionen

Der Investitionsanteil liegt heuer bei 7,7 Millionen Euro (2020: 7,3 Mill.) und damit bei mehr als 23 Prozent des Budgets. Damit sind die geplanten Projekte gesichert und können umgesetzt werden. Die größten Vorhaben betreffen den Grunderwerb (1.350.000 Euro), den Neu- und Erweiterungsbau im Bereich der Wasserversorgung (1.144.000 Euro), den Neubau von Gemeindestraßen (1.141.900 Euro), den Neu- und Erweiterungsbau im Bereich Kanalisation (1.065.000 Euro), die Verbesserung der Zufahrt zu Schloss Wolfurt, die Erneuerung der Hauselektrik und der Einrichtung (428.500 Euro) und der Ausbau von Gerinnen (404.000 Euro).

In den Hochwasserschutz fließen 270.000 Euro, für den Ausbau von Radwegen stehen 186.000 Euro zur Verfügung und mit 100.0000 Euro ist die Planung des Kindergartens Rickenbach (Haus des Kindes) dotiert. HAPF

Grunderwerb für Gestaltung des Dorfzentrums.
Grunderwerb für Gestaltung des Dorfzentrums.
In der Brunnengasse entsteht das Kinderhaus.
In der Brunnengasse entsteht das Kinderhaus.