„Wir bringen Freude ins Haus“

Krankenpflegeverein Rankweil betreut und pflegt seit mittlerweile 100 Jahren.
Rankweil Die Pflege- und Altersheime im Raum Vorderland sind seit vielen Jahren nahezu voll ausgebucht und die freien Plätze sind rar geworden. Umso wichtiger ist es deshalb geworden, dass auch kranke und pflegebedürftige Personen möglichst bis an ihr Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause bleiben können. Der Krankenpflegeverein Rankweil mit seinen etwa 2000 Mitgliedern ist nicht nur erster Ansprechpartner für alle Pflege- und Betreuungsfragen, er ermöglicht auch medizinische Pflege und ganzheitliche Betreuung in den eigenen vier Wänden. Knapp 300 kranke und hilfsbedürftige Menschen aus Rankweil und Übersaxen werden vom KPV Rankweil – seit 2007 im ehemaligen Fuchshaus in der Ringstraße beheimatet – betreut. Vor allem das Angebot der Hauskrankenpflege (150 Betreute) und des Mobilen Hilfsdiensts (150 Betreute) wird sehr gut angenommen. Aufgrund der großen Nachfrage werden im Mobilen Hilfsdienst derzeit sogar neue Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter gesucht.
Bei der medizinischen Pflege arbeitet der Verein eng mit den Haus- und Fachärzten zusammen. Daneben wird den pflegenden Angehörigen Unterstützung, Begleitung, Entlastung, Stärkung und Motivation für den Pflegealltag geboten. Die Hauskrankenpflege, die ambulante gerontopsychiatrische Pflege, der Mobile Hilfsdienst, die Tagesbetreuung und das Case Management bilden das reichhaltige Angebot des Krankenpflegevereins Rankweil. Die Zusammenarbeit aller Bereiche klappt hervorragend – alle Termine und individuellen Vereinbarungen sind mit einem gut funktionierenden Netzwerk professionell verbunden.
Herausforderung Corona
Die Mitarbeiter des KPV sind tagtäglich mit umfangreichen Aufgaben konfrontiert. Zwei Personen in der Einsatzleitung und in der Verwaltung, zehn fixe und etwa 60 weitere Mitarbeiter in einem anderen Dienstverhältnis kümmern sich um die älteren, kranken und hilfsbedürftigen Menschen. „Wir bringen Freude und keine Krankheit ins Haus. Wir wollen den Menschen möglichst viel Schutz und Sicherheit bieten – das ist uns eine Herzensangelegenheit in der Gegenwart und in der Zukunft. Viele Kranke werden wöchentlich mehrmals besucht und betreut“, weiß Pflegeleiterin Barbara Klocker zu berichten. Doch als die weltweite Gesundheitskrise vor einem Jahr begonnen hat, hat sich auch beim Krankenpflegeverein sehr vieles verändert. „Seit Corona kommt es zu riesigen Problemen und sehr großen Herausforderungen für uns alle“, weiß Klocker. Durch die anhaltende Maskenpflicht sei es immer schwieriger geworden, mit den Menschen vor Ort zu kommunizieren. Viele von ihnen sind oft alleine, das sorgt zusätzlich für Vereinsamung, erklärt die Pflegeleiterin. Und auch der Krankenpflegeverein selbst blieb nicht vom Virus verschont. Innerhalb des Mitarbeiterstabs ist es vor längerer Zeit zu einer Ansteckung bei einem Hausbesuch gekommen.
Positiv anzumerken gilt allerdings, dass trotz Coronavirus die Zahlen von zu betreuenden Personen in Rankweil und Übersaxen auf einem konstanten Niveau geblieben sind. „Die befürchtete Zunahme hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet. Es hat sich alles stabilisiert. Allerdings geht die Betreuung von Menschen in die Höhe“, sagt KPV-Obmann Herwig Thurnher. Die wichtigsten Ziele für ihn sind, die Bedürfnisse der unterstützungsbedürftigen Menschen auch in den kommenden Jahren zu erkennen und immer ein entsprechendes Angebot dafür zu haben. Aber auch genügend Zeit und die finanziellen Mittel für eine kompetente Betreuung mit Herz für die Patienten zur Verfügung zu stellen, ist für Thurnher essenziell.
Großes Jubiläum
Der Krankenpflegeverein Rankweil feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Im Herbst sollen – so das Coronavirus es erlaubt – auf dem Gastragelände die großen Feierlichkeiten verbunden mit einem Festakt über die Bühne gehen. VN-TK