Gegenbewegung zum Online-Geschäft

Vorarlberg / 21.02.2021 • 17:11 Uhr
Bruno Kühne und Neffe Andreas Gassner stehen im neu gebauten Shoe-Truck. Dieser kann über die Homepage www.schuhewiebarfuss.at oder telefonisch bei Bruno Kühne unter der Nummer 0676 9434544 angefragt werden.<span class="copyright">BI</span>
Bruno Kühne und Neffe Andreas Gassner stehen im neu gebauten Shoe-Truck. Dieser kann über die Homepage www.schuhewiebarfuss.at oder telefonisch bei Bruno Kühne unter der Nummer 0676 9434544 angefragt werden.BI

Bruno Kühne von „Schuhe wie barfuß“ setzt mit dem Shoe-Truck eine weitere innovative Geschäftsidee um.

BLUDENZ Bruno Kühne, Gründer des Schuhfachgeschäfts „Schuhe wie barfuß“ in Feldkirch, hat immer wieder neue Ideen, die er dann auch konsequent umsetzt. So war am Samstag vor zwei Wochen erstmals sein neuer Shoe-Truck im Einsatz. Food-Trucks erfreuen sich seit einigen Jahren immer mehr an Beliebtheit. Der innovative Unternehmer übernahm die Grundidee dieser Food-Trucks und adaptierte diese für eine mobile Verkaufsfläche für seine Barfuß-Schuhe. Der Shoe-Truck ist nicht zu übersehen: Er ist in schlichtem Weiß mit schwarzer Aufschrift gehalten; an beiden Seitenteilen werden hinter einer Glasfront die Schuhe ausgestellt. Das Innere des Shoe-Trucks erweist sich durch eine kluge Raumaufteilung als überraschend geräumig.

Einkauf als haptisches Erlebnis

„Die Idee hatte ich schon länger, mein Schwager Helmut Gassner hat im letzten Jahr dann die Planung federführend übernommen. Die Außenhülle des Trucks habe ich bestellt, den Innenausbau haben wir dann selbst durchgeführt“, erklärt Bruno Kühne. Sein Neffe Andreas Gassner sowie zahlreiche Freunde haben ihm bei der Umsetzung geholfen. „Mit dem Shoe-Truck können wir nun direkt zu den Kunden kommen. Wir werden bei Sportveranstaltungen, in Altersheimen und auch bei größeren Firmen oder Vereinen auf Anfrage vor Ort sein“, erläutert der innovative Unternehmer die Einsatzziele des Shoe-Trucks.

Bislang bedeutete es immensen Aufwand, auf Messen und bei Sportveranstaltungen mit seinem Angebot vertreten zu sein: „Die Vorbereitungsarbeiten entfallen, was eine große Erleichterung darstellt.“ Außerdem fällt der Shoe-Truck von seiner Gestaltung her auf, was für einen zusätzlichen Werbeeffekt sorgt. „Für die Kunden ist es ein klarer Vorteil, wenn sie die Schuhe in der Hand halten und auch probieren können. Das haptische Erleben trägt zu einer leichteren Verkaufsentscheidung bei“, ist Bruno Kühne überzeugt. Ihm selbst sei insbesondere durch seine Blindheit bewusst, dass gerade Schuhe beim Kauf probiert werden sollen.

Der Shoe-Truck ist im Winter beheizt, im Sommer sorgt eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen. Im Inneren steht eine Bank für die Anprobe bereit. Rund 500 Paar Schuhe aller Art wie etwa Bergschuhe, Sportschuhe und Ballerinas von unterschiedlichen Herstellern werden im Shoe-Truck mitgeführt. „Eine besondere Herausforderung bildete das Gewicht, wir wollten unter dreieinhalb Tonnen bleiben, damit der Shoe-Truck auch mit einem B-Führerschein gefahren werden und auch am Wochenende eingesetzt werden kann“, führt Neffe Andreas Gassner weiter aus. Um das Gewicht gering zu halten, wurden extra Schachteln angefertigt, in denen jeweils fünf Paar Schuhe Platz finden. Jedes Schuhpaar ist in einen Baumwollsack verpackt. „Der ökologische Aspekt ist uns wichtig“, betont Andreas Gassner. Für die Fahrten wurden zudem spezielle Transportsicherungen angefertigt. Im Shoe-Truck befindet sich außerdem ein Computer mit Braille-Zeile, damit Bruno Kühne auch allein den Verkauf tätigen kann.

Gegenstrategie zu Online-Geschäft

Auch an andere Menschen mit Beeinträchtigung wurde bei der Planung gedacht: „Wir haben eine Rampe für Kunden im Rollstuhl, die ganz einfach zu bedienen ist.“ Bruno Kühne, der eine Filiale erst im letzten Jahr in der Innenstadt von Bludenz eröffnet hatte, ist auch von der neuen Geschäftsidee überzeugt: „Wir wollen eine bewusste Gegenstrategie zu Online-Geschäften anbieten. Unsere Kunden wissen die ausführliche Beratung und den Service, nun mit unserem Shoe-Truck vor Ort zu kommen, sehr zu schätzen. Wenn ich etwas mache, dann mit 100 Prozent Einsatz!“ BI