Brazer Funken im Kleinformat

Im Gemeindezentrum Innerbraz steht eine Nachbildung des Brazer Funkens.
Innerbraz Der Funkenbau und das Funkenabbrennen gehören in Vorarlberg zu einem der ältesten Bräuche. Bei der Brazer Funkenzunft zählt dieses Spektakel seit der Gründung im Jahre 1971 zur wichtigsten Tradition. Doch in diesem Jahr ist bekanntlich alles anders. Das Kulturerbe „Funkenabbrennen“ kann aufgrund der Covid-Situation nicht stattfinden. Um das Brauchtum der Bevölkerung doch etwas näherzubringen, stellten Funkenmeister Patrick Saler und sein Stellvertreter Bernhard Pfister einen Brazer Funken in Kleinformat im Eingangsbereich des Gemeindezentrums auf. Dieser „Miniaturfunken“ wurde vom langjährigen Zunft- und Ehrenmitglied Peter Stroppa gefertigt. „Wir haben den Platz im Gemeindezentrum ausgewählt, da er von mehreren Leuten besucht wird“, so der Funkenmeister.
Bürgermeister Hans Peter Pfanner zeigt sich über das besondere Ausstellungsstück ebenso erfreut und organisierte noch eine Beleuchtung, die den Funken auch in den Abendstunden toll in Szene setzt. Der Funken in Braz wird traditionell mit Buscheln gebaut. Die Buscheln werden jeweils im Vorjahr von den Mitgliedern gebunden und gelten als Mitgliedsbeitrag. Sie sind etwa einen Meter lang und werden aus Ästen von verschiedenen Hölzern gefertigt. In der Woche vor dem Funkensamstag sind der Funkenmeister, sein Stellvertreter und viele Zunftmitglieder gefordert. Es wird eine Funkentanne mit einer Höhe von rund 20 Meter im Boden fest verankert und mit vier Stützlatten gesichert.
Frühling begrüßen
Die Buscheln werden rund um das Grundgerüst angeordnet und mit Draht festgebunden. Für die stattliche Größe des Brazer Funkens werden etwa 420 Stück benötigt. So erhält der Funken eine Höhe von zirka 14 Metern. Gefüllt mit Paletten und alten Christbäumen brennt er am Funkensonntag lichterloh. Die Hexe, die an der Spitze befestigt wird, verabschiedet sich mit einem lauten Knall. So soll der Frühling begrüßt werden. Begleitet wird das ganze Geschehen durch das Fackelschwingen. Obwohl dieser Miniaturfunken etwas Besonderes darstellt, freuen sich Patrick Saler und Bernhard Pfister schon sehr auf den Funkenbau und das Funkenabbrennen im nächsten Jahr. DOB
