Rinder-TBC setzt weitere Duftmarken

Vorarlberg / 10.02.2021 • 08:00 Uhr
Das Rotwild hat in diesem Winter einen schweren Stand. Im Sommer gilt es als Hauptüberträger des TBC-Erregers auf Rinder.  <span class="copyright">VN</span>
Das Rotwild hat in diesem Winter einen schweren Stand. Im Sommer gilt es als Hauptüberträger des TBC-Erregers auf Rinder. VN

Aktuell gibt es einen bestätigten TBC-Fall und fünf Verdachtsfälle.

Bregenz Es war schon viel schlimmer, und doch: Die Rinder-TBC macht sich auch im heurigen Winter immer wieder bemerkbar. Vor drei Wochen waren drei Tiere aus zwei Höfen im Silbertal vom TBC-Erreger befallen. Daraufhin mussten 20 Kontaktbetriebe von Veterinären unter die Lupe genommen werden. Jetzt gibt es wieder Meldungen über Ansteckungen durch den TBC-Erreger, der seit vielen Jahren Wild und Vieh befällt und für große Unruhe sorgt.

Aktuell berichtet das Land Vorarlberg von sechs Betrieben, die wegen Tbc-Verdachtsfällen gesperrt werden mussten. Ein Tbc-Fall wurde bisher bestätigt, fünf Verdachtsfälle sind in Abklärungen. Bei diesen ergab die Erstuntersuchung mit dem Schnelltest ein positives Ergebnis. Die betroffenen Betriebe sind durchwegs Mutterkuhbetriebe. “Sie stammen aus TBC-Bekämpfungsgebieten im Oberland”, erläutert Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner (40, ÖVP) auf VN-Anfrage.

Laut Auskunft des Landes stehen die diesjährigen Untersuchungen in den Risikobetrieben kurz vor dem Abschluss. Man wolle erst danach eine endgültige Bilanz ziehen, heißt es aus dem Landhaus.

Keine Rekordsaison

Gantner beurteilt die diesjährige TBC-Situation zwiespältig. “Es sieht danach aus, als ob wir heuer weniger Fälle haben werden. Doch für die, die es trifft, ist es natürlich immer sehr hart.”

Eine Horrorbilanz gab es im vergangenen Winter. Damals mussten nicht weniger als 145 Rinder getötet werden, 133 davon stammten aus zwei Höfen. Insgesamt wurden in der letzten “TBC-Saison” nahezu 8500 Rinder in 756 Betrieben auf den TBC-Erreger hin untersucht.

Als Hotspot für die Verbreitung des TBC-Erregers gilt vor allem das Silbertal. Die Prävalenz des Erregers ist dort besonders hoch und konnte bisher nicht merklich gesenkt werden. Zu viel Wild und zu viele Interessen, dass es diese hohe Anzahl dort gibt, monieren Kritiker immer wieder. Die Jäger sehen das anders und verweisen auf die weitläufige Landschaftsstruktur und die durch den hohen Jagddruck scheu gewordenen Tiere.

Intensive Gespräche

Die TBC-Problematik im Silbertal gehört zu den höchsten Prioritäten des neuen Bludenzer Bezirkshauptmanns Harald Dreher. Er führt derzeit intensive Gespräche mit Jagdpächtern, Grundeigentümern und Aufsehern, um eine Lösung für das Problem zu finden. Nicht mehr tabu sind dabei Regulierungsgatter.