Er würde gerne Berufssportler werden

Vorarlberg / 26.01.2021 • 16:16 Uhr
Besonders die Disziplinen „vertical“ und „individual“ stehen bei Daniel Ganahl hoch im Kurs.<span class="copyright">Str</span>
Besonders die Disziplinen „vertical“ und „individual“ stehen bei Daniel Ganahl hoch im Kurs.Str

Skibergsteiger Daniel Ganahl aus Gaschurn gehört zur österreichischen Spitze.

Gaschurn Er ist ein bescheidender junger Mann, der ganz locker von seinem Hobby erzählt. Nur allein ein Blick auf seine austrainierte schlanke Figur, lässt erahnen, dass unter der Jeans und dem lockeren Sweatshirt kein Gramm Fett, dafür aber eine ausgeprägte Muskulatur zu finden ist. Denn insgesamt trainiert Daniel Ganahl sechs Mal in der Woche. Der junge Skibergsteiger gehört zur österreichischen Spitze in diesem Sport, konnte sich vor kurzem den Vizestaatsmeistertitel sichern. „Ich habe eigentlich immer Lust zu trainieren. Richtiggehend dazu zwingen muss ich mich maximal ein oder zwei Mal im Monat. Für die restlichen Trainingseinheiten ist einfach immer die Begeisterung da“, erzählt der Gaschurner, der sein Hobby gerne zum Beruf machen würde. „Natürlich wäre es super, wenn ich in den nächsten Jahren einmal Berufssportler werden könnte, aber eigentlich passt es mir so auch ganz gut“, sagt er.

Große Begeisterung

Zurzeit arbeitet der gelernte Schlosser bei der Gemeinde Gaschurn in Teilzeit, damit er genügend Zeit für sein zeitaufwendiges Hobby findet. Egal ob Regen, Schnee oder Sonne, mindestens vier bis fünf Mal pro Woche schnallt er seine Tourenskier – sie wiegen gerade einmal 750 Gramm – an und klettert mit Fellen den Berg hinauf. Beim Skibergsteigen – auch Mountaineering genannt – hat er sich der Disziplin „vertical“ und „individual“ verschrieben. Während es in der ersten Kategorie nur um die Zeit beim Aufwärtsgehen geht, geht es in der Sparte „individual“ bergauf und bergab mit kleinen Abfahrten und anschließenden Aufstiegen. Dabei werden in der Regel zwischen 1500 und 4000 Höhenmeter bei einem Wettkampf absolviert. „Diese zwei Disziplinen liegen mir am meisten, denn je länger ein Rennen geht, desto besser komme ich in Fahrt“, so Ganahl.

Bereits als Kind hat der Montafoner mit seinem Vater Skitouren unternommen und kam so auf den Geschmack. Noch bis vor wenigen Jahren hatte er sich nicht vorstellen können, diesen Sport „rennmäßig“ zu betreiben. „Doch ein Freund überredete mich, bei einem lokalen kleinen Rennen teilzunehmen. Da bin ich dann eigentlich erst so richtig auf den Geschmack gekommen“, schmunzelt er.

Einssein mit der Natur

Aber was macht die Faszination für ihn an dieser besonderen Anstrengung aus? „Der Kampf Mann gegen Mann fasziniert mich immer wieder und wer am besten trainiert hat, ist dann der Erste im Ziel“, meint er. Doch auch das Anlegen einer Spur im frischen Schnee, das Einssein mit der Natur und die Stille in den Bergen üben für ihn einen besonderen Reiz aus.

Die nächsten Rennen stehen bereits in seinem Terminkalender. Schon am kommenden Wochenende steht der Montafoner in der Schweiz bei zwei Rennen am Start, bevor es dann im Februar jedes Wochenende irgendwo anders zu Wettkämpfen hingeht. Aber egal, wohin es geht, eines steht fest: Das Skibergsteigen ist seine Leidenschaft. STR

„Die Faszination des Skibergsteigens ist so vielfältig wie der Schnee.“