Den Optimismus trotz erschwerter Bedingungen nicht verlieren

Vorarlberg / 21.01.2021 • 16:38 Uhr
Wolfgang Maurer sieht in der derzeitigen Planungsunsicherheit die größte Herausforderung.<span class="copyright">BI</span>
Wolfgang Maurer sieht in der derzeitigen Planungsunsicherheit die größte Herausforderung.BI

Wolfgang Maurer ist als Obmann des Kulturvereins allerArt mit besonderen Herausforderungen konfrontiert.

Bludenz Alle Kulturbetriebe sind von den derzeitigen Maßnahmen im Zuge der Covid-19-Pandemie betroffen. Es ist keine Planungssicherheit gegeben, Künstler und Kulturvermittler müssen sich gleichermaßen mit den jeweils geltenden Standards auseinandersetzen. So auch der Obmann des Kulturvereins allerArt Wolfgang Maurer. Eigentlich wäre für heute eine Vernissage zu der neuen Ausstellung GEDRUCKTES in der Bludenzer Galerie geplant gewesen. Diese kann jedoch coronabedingt nicht stattfinden.

Wird die Vernissage zu der neuen Ausstellung verschoben?

Maurer Wir haben in den letzten Tagen die Ausstellung aufgebaut, sodass sie – sobald dies aufgrund der Coronabestimmungen möglich sein wird – auch besucht werden kann. Wir gehen davon aus, dass der Lockdown am 8. Februar endet und sie dann unter Einhaltung der vorgegebenen Sicherheitsvorkehrungen besichtigt werden kann. Es wird keine Vernissage geben, aber wir hoffen und tun alles, damit wir unter Umständen eine Finissage durchführen können. Weil wir verspätet aufsperren können, verlängern wir die Ausstellung um eine Woche, sodass die Finissage am 4. oder 5. März stattfinden wird – oder auch nicht.

Welche Inhalte werden in der Ausstellung GEDRUCKTES präsentiert?

Maurer Ich hoffe wirklich, dass wir öffnen können, denn es gibt einen sehr spannenden Mix von Druckgrafiken von Siegfried Anzinger, Melanie Berlinger, Markus Lüpertz, Hermann Nitsch, Chiharu Shiota und Gerd & Uwe Tobias zu sehen.

Wird die Ausstellung bis zur Öffnung für das Publikum virtuell zu sehen sein?

Maurer Wir werden die Ausstellung im Laufe der nächsten Woche von einem Kunstfotografen aufnehmen lassen und dann im Rahmen einer Diashow virtuell zugänglich machen.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich als Obmann des Vereins allerArt derzeit konfrontiert?

Maurer Das Herausforderndste ist sicherlich die Unsicherheit: Wir möchten ja unseren Auftrag, den Menschen hier Kunst und Kultur zugänglich zu machen, erfüllen. Deshalb planen wir die Ausstellungen, die Filmabende und Konzerte, wir wissen aber nicht, ob wir die Ergebnisse unserer Arbeit dann auch präsentieren können oder ob die Arbeit ins Leere läuft. Aber wir sind optimistisch, dass der Spuk bald vorbei ist, viele Menschen sich impfen lassen und wir uns demnächst bei einem Glas Wein angeregt über Kunst unterhalten können.

Inwiefern sehen Sie die aktuellen politischen Richtlinien gerechtfertigt?

Maurer Ich bin kein Virologe, aber ich denke, dass die Einschränkungen wohl gerechtfertigt sind. Was ich mir allerdings wünschen würde, ist, dass mehr auf lokale Gegebenheiten Rücksicht genommen wird. Nehmen wir zum Beispiel unsere Galerie in der Remise: Diese ist 80 Quadratmeter groß, fast sechs Meter hoch. Wenn da sechs bis acht Personen mit dem entsprechenden Gesichtsschutz sich die Bilder anschauen, dann ist das Risiko, sich anzustecken, praktisch auszuschließen. Aber wir werden gleich behandelt wie die großen Museen, wo Hunderte, ja Tausende Besucher pro Tag erwartet werden. BI

Zur Person

Wolfgang Maurer

Geboren 1955

Familie verheiratet, 2 Kinder

Wohnort Bludenz

Beruflicher Werdegang AHS-Lehrer, Kulturmanager

Hobbys Lesen, Musik hören, Ausstellungen und Konzerte besuchen, Tennis, Wandern