Es geht beim Impfen auch unkompliziert

Vorarlberg / 20.01.2021 • 07:00 Uhr
Die Impfung gegen Covid-19 ist immer mehr gefragt. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Die Impfung gegen Covid-19 ist immer mehr gefragt. VN/Stiplovsek

Trotzdem gibt es auch Kritik am Vormerksystem.

Schwarzach Die gute Nachricht: Bislang haben es rund 60.000 Personen geschafft, sich für eine Covid-19-Impfung vormerken zu lassen. So ganz rund läuft das System aber offenbar nicht. „Bei meiner Anmeldung erhielt ich 13 verschiedene TAN-Nummern“, berichtet etwa der Dornbirner Arzt, Dr. Peter Feuerstein. Er kritisiert außerdem, dass es weder auf dem Vormerkformular noch an anderer Stelle eine Information darüber gibt, auf welche Weise die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe in eine Impfanmeldung einfließt. „Es versteht sich von selbst, dass die entsprechende Information nur von ärztlicher Seite kommen kann, aber weder Patienten noch die sie behandelnden Ärzte wissen, wie vorzugehen ist“, erwartet sich Feuerstein eine rasche Verbesserung dieses, wie er es empfindet, Missstandes, verbunden mit einem Danke für das, „was gut ist und funktioniert“.

Unverständnis

Auch die Priorisierung stößt bei manchen Personen auf Unverständnis. Manfred Spiehs aus Dornbirn gehört als Transplantierter der Hochrisikogruppe an. Über seinen Hausarzt hat er sich für die Covid-19-Impfung vormerken lassen und wurde entsprechend gereiht. Seine Lebenspartnerin hingegen muss warten. Spiehs versteht das nicht. „Nahe Angehörige von Risikopersonen sollten doch ebenfalls schnellstmöglich geimpft werden, vor allem, wenn diese berufstätig sind“, meint Spiehs. Angehörige, und das gilt auch für pflegende Angehörige, müssen sich, wie bereits berichtet, anstellen. Vorgereiht werden können sie nur aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung.

Überraschender Anruf

Dass es auch unkomplizierter geht, zeigt der Fall von Astrid Berthold aus Wald am Arlberg. Ihr 92-jähriger Vater ist seit langem Teil der Familie. Im vergangenen Jahr erlitt er einen Oberschenkelhalsbruch, sein Leben hing am seidenen Faden. Doch er kämpfte sich zurück, und jetzt will die Familie alles tun, um ihm noch ein gutes Leben zu ermöglichen. Als es mit der Impfung ernst wurde, kümmerte sich die Tochter sofort um einen Termin. „Wir wollten, dass er schnellstmöglich geimpft wird“, erzählt sie. Als pflegende Angehörige fragte auch Astrid Berthold um eine Impfung an. Sie wurde zwar vorgemerkt, beim Vater hieß es jedoch, er müsse auf einen anderen, in der Anwendung weniger empfindlichen Impfstoff warten. Für sie nicht nachvollziehbar. „Ich hätte ihn doch zur Impfstelle gefahren.“ Gestern, Dienstag, dann die Überraschung. „Vom Haus Klostertal wurde angerufen, wir könnten kommen, es sei noch Impfstoff übrig“, berichtet Astrid Berthold. Jetzt sind zumindest sie und ihr betagter Vater geimpft. „Damit ist uns schon sehr geholfen“, sagt sie dankbar.

136.000 SMS versandt

Zu den Kritikpunkten lässt das Land verlauten: „Erfreulicherweise war der Andrang auf der Vormerkplattform im Laufe es ersten Tages sehr groß. Innerhalb einer Stunde hatten wir bis zu 7000 Vormerkungen zu verzeichnen.  Aus technischer Sicht möchten wir betonen, dass die Plattform trotz dieser vielen Zugriffe zu jeder Zeit einwandfrei funktioniert hat. Wir hatten am Montagvormittag allerdings ein Problem mit der SMS-Zustellung, bei der es zu längeren Wartezeiten gekommen ist. Am Montag wurden über unser System 136.000 SMS versendet, eine Last , die wir bis dato noch nie an einem Tag verzeichnet haben. Nach eingehender Analyse konnten wir am SMS-Gateway noch einige Verbesserung machen und sind hier nun auch breiter aufgestellt. Wenn jemand mehrere SMS bekommen hat, dann liegt das wohl daran, dass er sich mehrmals angemeldet hat.” Was die Information an die Ärzte betrifft heißt es vonseiten des Landes: “Sie haben am Wochenende Schreiben mit den notwendigen Informationen und Anleitungen zur Plattform samt den dazugehörenden Codes erhalten.“