Koblacher Adler hebt ab Richtung Zielgerade

Vorarlberg / 15.01.2021 • 15:34 Uhr

Wohnbauprojekt beim ehemaligen Kurhaus wird bis Sommer abgeschlossen.

Die Neubauten beim ehemaligen Kurhaus Adler konnten bereits fertiggestellt werden. <span class="copyright">Egle</span>
Die Neubauten beim ehemaligen Kurhaus Adler konnten bereits fertiggestellt werden. Egle

Koblach Nicht unbedingt vom Glück verfolgt sind die Sanierungsarbeiten beim ehemaligen Adler in Koblach. Bei dem Gebäude mit langer Geschichte, das früher unter anderem ein Gasthaus, das Postamt, das Gemeindehaus, eine Mosterei, einen Gemischtwarenladen, das Vereinshaus und zuletzt ein über die Landesgrenzen hinweg bekanntes Kurhaus beheimatete, hat die Firma Projektwohnbau aus Bregenz bereits im Jahr 2017 mit ersten Abbrucharbeiten begonnen. Geplant war neben der Sanierung der alten Bausubstanz auch der Zubau von zwei neuen Gebäuden mit dann insgesamt 24 Wohnungen.

Am alten Gemäuer wurden aber sehr schnell Probleme seitens der Gebäudestruktur ersichtlich, die zur ersten Unterbrechung der Arbeiten führten. Durch umfassende Sicherungsarbeiten und den massiven Einsatz von Spritzbeton konnte der Hang wieder stabilisiert werden – ein heikles Unterfangen, schließlich steht bergseits auch die Volksschule der Gemeinde Koblach. Erst im Frühjahr 2019, nach großer Umplanung und einem komplett neuen Konzept, konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden, ehe es dann ein Jahr später zwar nicht zu einer Unterbrechung, aber erneut zu Verzögerungen kam.

Probleme gelöst

Die einbrechende Corona-Pandemie zwang die Projektleitung, die vorgesehenen Bautrupps deutlich zu verkleinern. Im Laufe des Sommers und des Herbsts 2020 konnten dann immerhin die Arbeiten an den beiden neuen Gebäudeteilen finalisiert und die Wohnungsschlüssel den neuen Bewohnern übergeben werden.

Nun gilt die volle Konzentration dem Altbau des Adlers, der nahezu komplett ausgehöhlt und wiedererrichtet werden musste. Baumeister Alexander Giesinger ist zuversichtlich, dass die Arbeiten bis zum Sommer dieses Jahres – vorbehaltlich winterbedingter und weiterer pandemieverursachter Verzögerungen – nun auch abgeschlossen werden können. Einen neuerlichen Rückschritt hat es zwar durch den Eintritt von Grundwasser und komplexe Felsstrukturen gegeben, diese Probleme sollten nun aber endgültig gelöst sein.

Am Altbau selbst wird noch gewerkelt.
Am Altbau selbst wird noch gewerkelt.

Plan geändert

Kurzfristig wurde noch eine Planänderung vorgenommen: Anders als eigentlich vorgesehen, wurde doch kein direkter Durchgang zu der neuen Bausubstanz errichtet, was bedeutet, dass der Adler nach abgeschlossener Sanierung wieder komplett für sich allein dastehen wird. Unter dem Motto „Tradition trifft Moderne“ war von Beginn weg angedacht, die ursprüngliche Kubatur beizubehalten und das Erscheinungsbild zu bewahren.

Mit eingearbeitet werden auch diverse Fundstücke aus dem geschichtsträchtigen Gebäude, wie etwa alte Speise- und Getränkekarten oder die Karte eines Erstkommunionsmenüs. Diese waren bei den Abbrucharbeiten zutage gekommen und werden künftig ihren Platz im neuen Adler finden, um dabei zu helfen, dem Gebäude als einem der prägnantesten Wahrzeichen der Kummenberggemeinde neuen Glanz zu verleihen. CEG