Wolfsalarm bei Sibratsgfäll: Mehrere Wildtiere gerissen

Vorarlberg / 12.01.2021 • 14:40 Uhr
Wolfsalarm im Jagdgebiet Rubach bei Sibratsgfäll. Es deutet vieles darauf hin, dass dort zwei Raubtiere fünf Stück Wild gerissen haben.<span class="copyright"> VN/Hartinger</span>
Wolfsalarm im Jagdgebiet Rubach bei Sibratsgfäll. Es deutet vieles darauf hin, dass dort zwei Raubtiere fünf Stück Wild gerissen haben. VN/Hartinger

Von vergangenem Freitag bis diesen Montag fünf Risse von Reh- und Rotwild. Zwei Wölfe in Verdacht.

Sibratsgfäll “Es sind mehrere Wölfe am Werk gewesen”, ist sich der Aufseher des Jagdgebiets Rubach bei Sibratsgfäll, Korad Kolb, sicher. “Ich habe Wolfsfußspuren verschiedener Größe bei den gerissenen Wildtieren entdeckt”, schließt Kolb auch die Möglichkeit nicht aus, dass es sich bei den Räubern um ein Rudel gehandelt hat. Überrascht vom Auftreten der Raubtiere in diesem Gebiet ist Kolb nicht wirklich. “Es ist ja nicht das erste Mal. ” Dass er keine Freude mit dem zurückgekehrten Räuber hat, verhehlt der Jagdaufseher nicht. “Sie waren bei uns ja schon einmal ausgerottet. Das war kein Problem.”

Angst vor Rudelbildung

Wildbiologe Hubert Schatz (55) geht ebenfalls davon aus, dass in Sibratsgfäll zwei Wölfe am Werk waren. “Ich habe die Bilder der Risse gesehen. Zwei verschieden große Spuren von Wolfspfoten lassen den Schluss zu, dass es sich um ein größeres und ein kleineres männliches Tier gehandelt hat. Von einem Wolf, der sich wahrscheinlich permanent in dieser Region aufhält, wissen wir ja. Jetzt ist ein zweiter dazugekommen.” Dass Wölfe Rehe und Rotwild reißen, hält Schatz für ein in der Natur normales Vorkommnis und nichts wirklich Besorgniserregendes.

Viel mehr Kopfzerbrechen bereitet ihm die mögliche Gründung eines Rudels in dieser Region. “Wir wissen, dass sich dort höchstwahrscheinlich ein männliches Tier regelmäßig aufhält. Sollte ein Weibchen vorbeikommen, kann das schnell passieren”, zeichnet Schatz ein gefürchtetes Szenario.

“Wir werden ein Auge auf die Gegend werfen müssen. Sollte sich ein Rudel herausbilden, stünden wir vor einer neuen Situation”, betont der Wildbiologe.