Wie Dornbirn zu mehr Kinderärzten kommt

Vorarlberg / 19.12.2020 • 10:00 Uhr
Wie Dornbirn zu mehr Kinderärzten kommt
Auch die Kleinsten wollen medizinisch gut versorgt sein. VN

Stadt Feldkirch bleibt diesbezüglich eine Baustelle. Neuausschreibung mit finanziellem Anreiz.

Feldkirch, dornbirn Nach wie vor eine offene Baustelle ist die Stadt Feldkirch, was die kinderärztliche Versorgung betrifft (die VN berichteten). Dort gibt es derzeit nur eine Kinderärztin mit Kassenvertrag. Trotz mehrfacher Ausschreibung fanden sich bislang keine konkreten Bewerber oder Interessenten. Nun wird ein neuer Anlauf genommen und noch einmal österreichweit gesucht. Diesmal will die ÖGK-Landesstelle mit der Aussicht auf eine Standortprämie von 44.000 Euro auch gleich einen finanziellen Anreiz mitliefern. “Vielleicht zieht das”, sinniert der ÖGK-Landesvorsitzende Manfred Brunner. Eine weitere, inzwischen auch durch den Gesetzgeber abgesegnete Option wären Teilstellen, die an Krankenhausärzte für den niedergelassenen Bereich vergeben werden können. Allerdings gibt es auch dafür noch keine Interessenten. “Wir unternehmen wirklich alles, um die freie Stelle zu besetzen”, betont Brunner.

Projekt mit Potenzial

Deutlich besser läuft es in Dornbirn. In der Messestadt wird im Jänner 2021 der erste Schritt zu einem “Versorgungsverbund Pädiatrie” getan. Dafür stellt Harald Geiger, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, in seiner Ordination zwei Kinderärztinnen an. Dieses Modell wäre nach Meinung von Brunner auch für Feldkirch überlegenswert. Die neu geschaffene Möglichkeit der „Anstellung von Ärztinnen und Ärzten bei Ärztinnen und Ärzten“ macht diesen Verbund möglich. „Gemeinsam mit der Ärztekammer und Harald Geiger ist es gelungen, ein Projekt auf den Weg zu bringen, das auf die Bedürfnisse unserer Versicherten, aber auch die der Ärztinnen und Ärzte zugeschnitten ist”, spricht Manfred Brunner von einem zukunftsweisenden Projekt. Es entspreche den heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen und Anforderungen vieler Ärztinnen und Ärzte. ÖGK und Ärztekammer Vorarlberg stimmen derweil die Vorgangsweise zur weiteren Optimierung der kinder- und jugendärztlichen Versorgung in Dornbirn ab.

Lehrpraxis in Planung

Eine zusätzliche und vor allem nachhaltige Verstärkung für Dornbirn soll auch die gemeinsam mit der Stadt und dem Krankenhaus Dornbirn geplante kinder- und jugendärztliche Lehrpraxis bringen. Hier sollen pädiatrisch affine Jungmediziner erste praktische Arbeitsluft schnuppern. Aus Sicht der Ärztekammer ist der Versorgungsverbund Dornbirn ein Beispiel, wie ein Versorgungsproblem regional durch Anstrengung aller Partner im Gesundheitswesen gemeinsam gelöst werden kann. Es habe sich gezeigt, dass Engagement und Flexibilität von Ärztinnen und Ärzten, die bereits lange im Berufsalltag stehen, ebenso notwendig sei wie das Bewusstsein für die enge Verknüpfung des niedergelassenen und des Krankenhausbereiches.

„Die bereichsübergreifende Lösung ist ideal für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Kolleginnen und Kollegen, die in ihrer Ausbildung sowohl die Besonderheiten und Anforderungen der Niederlassung als auch die des Krankenhauses erleben und erlernen können“, freut sich der Vizepräsident der Vorarlberger Ärztekammer und Sprecher der niedergelassenen Ärzte, Burkhard Walla, über das gute Ergebnis einer ebenso guten Zusammenarbeit zwischen den Systempartnern. Mit der Schaffung einer kinderärztlichen Kassenstelle in Hohenems wurde die pädiatrische Versorgung im Bezirk Dornbirn weiter verstärkt.