Lockdown macht Skigebieten im Land zu schaffen

Österreich steuert auf nächsten harten Lockdown zu. Damit dürften auch Skilifte im Land weiter stillstehen.
Schwarzach, Wien Keine zehn Tage ist es her, als der Handel nach drei Wochen Zwangspause seine Tore wieder öffnen durfte. Nun droht schon der nächste harte Lockdown. Das Infektionsgeschehen ist landesweit noch immer hoch. Trotz der strikten Maßnahmen lag gestern die 7-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner, bei 209. Das ist zwar ein rückläufiger Wert, aber die Zahl doch deutlich höher als sich die Verantwortlichen das zu diesem Zeitpunkt erhofft hätten. Dramatisch angestiegen ist mit der zweiten Welle auch die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19. Sie lag laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zuletzt bei 4886.
In der Bundeshauptstadt wurde gestern hinter verschlossenen Türen intensiv über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verhandelt. Im Laufe des Tages haben sich die Anzeichen für einen harten Lockdown verdichtet. Demnach soll der Handel nach den Weihnachtsfeiertagen erneut in einen Lockdown gehen. Vorbild dürfte das Vorgehen der deutschen Regierung sein. Die Überlegungen könnten auch Auswirkungen auf die geplante Öffnung der Skigebiete in Vorarlberg haben. Diese dürfen am 24. Dezember möglicherweise erst gar nicht öffnen. Das haben die VN aus Regierungskreisen erfahren.
Intensive Vorarbeiten
Dabei laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Skigebiete haben ihre Hausaufgaben gemacht. Covid-Präventionskonzepte stehen, Pisten sind teils bereits präpariert. Auch die entsprechende Verordnung wurde zugestellt. Am 24. Dezember sollte es mit dem Skivergnüngen für heimische Wintersportler losgehen. Vor dem geplanten Saisonstart steht jetzt jedoch mehr als nur ein Fragezeichen. Was aus Wien heute angekündigt werden soll, dürfte eine Hiobsbotschaft für die Branche sein. Zu Weihnachten und über Neujahr könnten demnach die Lifte stillstehen. „Ich bin kein Jammerer, aber wenn es die Infektionszahlen nicht mehr zulassen, dann müssen wir das zur Kenntnis nehmen“, sagt Andreas Gapp als Sprecher der Vorarlberger Seilbahner. Derzeit würden alle Liftbetreiber noch davon ausgehen, am 24. Dezember loslegen zu können. Dass es ganz anders kommen könnte und die Seilbahnen und Pisten menschenleer bleiben, ist Gapp bewusst. Für ihn steht eines fest: „Die Krise hat uns gelehrt, dass manches, das heute noch gilt, morgen keine Gültigkeit mehr besitzt.“
Wie es in den Skigebieten weitergehen wird, das soll sich schon heute zeigen. Laut VN-Informationen ist eine Videokonferenz zwischen Bundeskanzler Sebastion Kurz und den Landeshauptleuten angesetzt. Dabei soll ein neuerlicher harter Lockdown abgestimmt werden. Im Anschluss dürften Kanzler Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober über das Ergebnis der Beratungen im Rahmen einer Pressekonferenz informieren.