Erste Impflieferung geht nicht über den Arlberg

Vorarlberg / 17.12.2020 • 05:30 Uhr
Erste Impflieferung geht nicht über den Arlberg
Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. AP

10.000 bestellte Impfdosen des ersten Corona-Impfstoffs werden zu Testzwecken in Wien und Niederösterreich verwendet.

Wien, Bregenz Nachdem die europäische Arzneimittelbehörde EMA bekannt gegeben hat, bis 21. Dezember die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs abgeschlossen zu haben, warten die EU-Staaten. Österreichs Covid-Sonderbeauftragter Martin Auer geht im Ö1-Interview davon aus, dass rund 10.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer noch heuer geliefert werden. Vorarlberg spielt bei der ersten Impfrunde aber keine Rolle, sondern muss bis Jänner warten. Das sei schon immer so geplant gewesen, erklärt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher im VN-Gespräch. Es handle sich um einen Testlauf in ausgewählten Heimen in Wien und Niederösterreich, um zu sehen, wie die Logistik und die Kühlkette funktionieren.

Die Verteilung ist klar geregelt. Die EU-Kommission verteilt die Impfung nach Bevölkerung an die Staaten. Österreich folgt demselben Prinzip. Vorarlberg erhält 4,4 Prozent der Lieferungen. In der ersten Tranche wären das 440 Stück. Nachdem es für die Immunisierung zwei Impfungen braucht, könnten 220 Personen geimpft werden. “Da macht es nicht viel Sinn. Wir schauen uns lieber den Pilotversuch an und achten darauf, was noch verbessert werden muss”, erklärt Rüscher. Covid-Sonderbeauftragter Martin Auer geht davon aus, dass Biontech/Pfizer im ersten Quartal des neuen Jahres 900.000 Impfdosen nach Österreich liefert. 240.000 Stück schon im Jänner, wovon etwas mehr als 10.000 in Vorarlberg landen. Damit können die ersten 5000 Vorarlberger geimpft werden.

Die Kühlkette ist wichtig: Während die MRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer bei minus 70 Grad und Moderna bei minus 20 Grad gelagert werden müssen, reicht beim Vector-Impfstoff Astra-Zeneca ein Kühlschrank. Nachdem es beim Testverfahren von Astra-Zeneca einen Rückschlag gegeben hat, rechnet man frühestens im April mit einer Lieferung. Bis in den Sommer sollen laut Rüscher alle geimpft worden sein, die es möchten. Für eine Grundimmunität ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 60 Prozent vonnöten, führt Gesundheitsexperte Armin Fidler aus. “Im besten Fall klappt das bis Sommer, im schlimmsten Fall brauchen wir den Großteil des Jahres.” Wie lange die Immunität hält, müsse die Erfahrung zeigen. “Es kann sein, dass man die Impfung regelmäßig auffrischen muss.”

Alle Impfungen schützen vor der Krankheit Covid-19, nicht vor dem Coronavirus an sich. Rüscher glaubt dennoch daran, dass eine Impfung die Pandemie brechen kann. Fidler ergänzt: “Die meisten Experten gehen davon aus, dass das Virus wahrscheinlich nicht übertragen wird, wenn man vor der Erkrankung geschützt ist.” Aber auch das werde die Erfahrung zeigen.