Die Aussicht auf weiße Weihnachten im Land schmilzt

Neun Jahre ohne Schnee am Heiligen Abend. Ach heuer bleiben die winterlichen Grüße aller Voraussicht nach aus.
Bregenz Noch sieben Mal schlafen, dann steht das Christkind vor der Tür. Bei vielen stehen weiße Weihnachten ganz oben auf der Wunschliste. Wie ein Blick auf die Wetterkarten der letzten Jahrzehnte zeigt, bliebt dieser Wunsch jedoch meist unerfüllt. Laut einer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) durchgeführten Auswertung gab es zwischen 1951 und 1980 in den Landeshauptstädten am 24. Dezember noch doppelt so oft eine geschlossene Schneedecke wie im Zeitraum von 1983 bis heute. In tiefen Lagen hat sich die Chance auf weiße Weihnachten in den letzten Jahrzehnten halbiert. Häufiger als weiße Weihnachten ist demnach das berüchtigte Weihnachtstauwetter, das sich einstellt, wenn aus dem Westen oder Südwesten milde Luft nach Mitteleuropa strömt.
Die weihnachtlichen Schneerekorde sind in den meisten Landeshauptstädten mindestens 50 Jahre alt. In Bregenz liegt der Rekord bei 25 Zentimetern im Jahr 1969. Inzwischen müssen wir schon neun Jahre ohne weiße Weihnachten auskommen. “Die letzten winterlichen Grüße in Bregenz gab es 2010 mit zehn Zentimetern Schnee, im Jahr 2011 hat es am 23. Dezember geschneit, an Weihnachten selbst lag aber nur noch wenig Schnee”, liest Günter Scheibenreif von der ZAMG in Bregenz aus seinen Wetterkarten.
Winterlich wird es eher am Christtag
Auch heuer wird Frau Holle am 24. Dezember wohl nicht besonders fleißig sein. Die aktuellen Wetterprognosen lassen die Aussichten auf weiß bedeckte Landschaften in Vorarlberg dahinschmelzen. “Aus heutiger Sicht ist am 24. Dezember mit wechselhaftem Wetter und ein wenig Niederschlag bei Temperaturen zwischen drei und sechs Grad zu rechnen”, erklärt Scheibenreif. Die Schneefallgrenze liegt bei rund 2000 Metern und sinkt dann voraussichtlich am Abend auf rund 1100 Meter. Diese Prognosen sind aber noch mit Vorsicht zu genießen, lässt Scheibenreif noch einen Funken Hoffnung auf eine Änderung der Wetterlage. Wahrscheinlicher sind angezuckerte Landschaften am Christtag. “Die Schneefallgrenze könnte in der Nacht auf den 25. Dezember weiter sinken. Eventuell sind dann ein paar Flocken im Tal möglich.”
In Vorarlberg liegt die Durchschnittstemperatur aktuell um ein bis drei Grad über dem langjährigen Mittel. “Grund dafür ist die Südwest-Strömung, die warme Luft zu uns bringt”, erklärt der Wetterexperte. Ein typisches Weihnachtstauwetter also? “Es sieht ganz danach aus, aber die Wetterlage kann sich in den kommenden Tagen noch ändern.”