Jugendliche und die Stärkung der Demokratiekultur

Vorarlberg / 02.12.2020 • 15:57 Uhr
Beim Graffiti-Workshop in Schruns konnten die teilnehmenden Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.<span class="copyright">Villa K</span>
Beim Graffiti-Workshop in Schruns konnten die teilnehmenden Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.Villa K

Online-Workshops für Jugendliche unter dem Titel „Empowerment“.

Bludenz, Schruns Die Offene Jugendarbeit Bludenz Villa K. führt in Kooperation mit der Offenen Jugendarbeit Montafon Jam unter dem Titel „Empowerment“ im Rahmen der Radikalisierungsprävention ein Projekt zur Stärkung der Demokratiekultur mit Jugendlichen durch. Dieses gestaltet sich durch eine Reihe von Aktionstagen, bei denen sich die Teilnehmer inhaltlich mit Formen des antidemokratischen Denkens auseinandersetzen.

Graffiti-Workshop zum Auftakt

Nachdem der erste Lockdown im Frühjahr eine Durchführung unmöglich gemacht hatte, musste das Projekt in der Hoffnung einer beruhigten Situation in den Herbst verschoben werden. Am 24. Oktober war es dann so weit. Der erste Workshop konnte stattfinden. In einem Graffiti-Workshop in Schruns konnten die Jugendlichen unter professioneller Anleitung ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihre Statements gegen Rassismus nach außen tragen. Im November machte es dann der zweite Lockdown unmöglich, dass die Aktionstage wie geplant durchgeführt werden konnten. Somit waren die Verantwortlichen zur Umplanung auf ein digitales Format gezwungen. Am 2. November, kurz vor dem zweiten Lockdown, ereignete sich dann der schockierende Terroranschlag in Wien. „Das hat uns aber noch mehr darin bestärkt, unsere Aktionstage durchzuführen, denn es hat uns aufgezeigt, wie wichtig Präventionsarbeit gegen Extremismus ist“, informiert Martina Großlechner.

Am 13. November fand sodann der erste Online-Vortrag zum Thema „Nationalsozialismus in Vorarlberg“ mit dem Experten Harald Walser statt. Exakt 100 Jahre nach der Gründung der NSDAP konnten die Jugendlichen feststellen, dass das Thema Rechtsextremismus auch heute immer noch aktuell ist und diskutiert werden muss, damit sich ein solches menschenverachtendes Gedankengut nicht wieder etabliert. Tags darauf fand unter der Leitung des Extremismus-Experten Nedzad Mocevic ein Online-Workshop zum Thema „Extremismus im Jugendalter“ statt. Im Fokus standen der politische Islam und der schreckliche Terroranschlag in Wien.

Ende November folgte zudem ein Online-Workshop zum Thema „Sexismus im Alltag“ mit Katharina Kohler, während eine Woche später ein interaktiver Austausch mit Noreen Mughal zum Thema Rassismus unter dem Titel „Black lives matter – Rassismus im Alltag“ folgte.

Abschluss kommende Woche

Zum Abschluss des Projekts „Empowerment“ ist am 11. Dezember ein weiterer Online-Workshop zum Thema Rechtsextremismus mit Philip Schlaffer geplant. Dabei haben die Jugendlichen anhand der Biografie des Ex-Neo-Nazis die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, wie ein Radikalisierungsprozess vor sich geht, wie es ist, Teil der rechtsextremen Szene zu sein und welche Möglichkeiten es gibt auszusteigen.

Die Aufzeichnungen der bereits durchgeführten Online-Workshops werden im Nachhinein allen Interessierten auf www.villak.at und www.o-jam.at zur Verfügung gestellt. Zusätzlich sind dort Infos zu noch folgenden Veranstaltungen zu finden.