Vorläufiger Coronahöhepunkt erreicht

Infektionsgeschehen stabilisiert sich. Das Ende der zweiten Welle ist aber nicht in Sicht.
WIEN Die Kurven werden flacher und sinken zum Teil sogar: In Vorarlberg und den Bezirken, in den meisten anderen österreichischen Bundesländern sowie in immer mehr Nachbarregionen und -staaten zeichnet sich ein erster Schritt zur Bewältigung der zweiten Welle ab. Allerdings: Die Zahl der Neuinfektionen stabilisiert sich zwar, sie ist aber noch immer so hoch, dass der Druck auf die Spitäler groß bleibt. Es bleibt noch ein langer Weg bis zu einem Niveau wie im Frühsommer.
In Österreich gab es am Dienstag 461 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Das waren erstmals seit über einem Monat weniger als am Vortag. Am Montag hatte es sich noch um 475 gehandelt. Rückgänge gab es in sieben von neun Bundesländern, nur im Burgenland und in der Steiermark kam es zu einem Anstieg (auf 459 bzw. 466). In Vorarlberg sank die Inzidenz den zweiten Tag in Folge und beträgt nun 698. Nach Bezirken am größten ist das Minus in Dornbirn: von 953 am Sonntag auf 859. Bregenz hält bei 722, Feldkirch bei 604 und Bludenz bei 579.

In Grenznähe zu Vorarlberg ist das Infektionsgeschehen seit einer Woche stabil. Lindau ist bei einer Inzidenz von etwas über 200 geblieben, Ravensburg und der Bodenseekreis mit Friedrichshafen liegen unter 100. In St. Gallen ist die Inzidenz seit Anfang November leicht auf 520 zurückgegangen. Eidgenössische Experten äußerten sich am Dienstag auf einer Pressekonferenz zur Lage vorsichtig optimistisch. Stefan Kuster von der Bundesanstalt für Gesundheit betonte laut SRF jedoch, dass es noch zu früh sei, von einer Trendwende zu sprechen: „Wir müssen die Fallzahlen senken, um die Spitäler zu entlasten.“
Druck auf Spitäler
Auch in Österreich bleibt der Druck auf die Krankenhäuser außerordentlich: Seit Mitte Oktober hat sich die Zahl der Spitalspatienten von 500 auf 3549 versiebenfacht. Pro 100.000 Einwohner entspricht das 40 Patienten. Besonders in Vorarlberg und Oberösterreich ist es zuletzt steil nach oben gegangen, auf 52 in Vorarlberg und 61 in Oberösterreich. Im Vergleich zum Höhepunkt der ersten Welle gibt es noch immer zehn Mal mehr bestätigte Neuinfektionen und drei Mal mehr Spitalspatienten. Die zweite Welle dauert auch länger – seit rund 60 Tagen liegt die Inzidenz bei über 50, im Frühjahr war sie nach 60 Tagen einstellig