„A Leäba wio d´Vögol in Hampfsoma“

Unzählige Redensarten haben sich über Jahrzehnte hinweg erhalten.
Dornbirn Gesundheit, Lebensbedürfnisse, Besitz, Tugenden oder Untugenden lieferten über Jahrhunderte hinweg den Stoff für Redensarten, die teilweise vor langer Zeit entstanden sind und sich bis heute ihren Platz in der Sprache gesichert haben. Viele der teilweise recht rustikalen Sprüche spendeten Trost, dienten aber auch dazu, bestimmte Personen oder Berufsgruppen – oder auch Nachbargemeinden – aufs Korn zu nehmen.
Bäuerlicher Ursprung
Vor allem in der bäuerlichen Bevölkerung, die über Jahrhunderte hinweg den Großteil der Dornbirner Bevölkerung ausmachte, waren Redensarten echte Trostspender. Aus gutem Grund: Für den Bauern war die Gesundheit oft sein einziges Kapital, um seine Familie zu ernähren. Wer täglich in Stall und Feld seine Arbeit verrichten kann, sollte deshalb nicht jammern, heißt es in einer Jubiläumsschrift anlässlich des 25. Jahrestages der Stadterhebung: „Gsundheit eschtimiert man erscht, wenn ma krank ischt.“
„Liebe Nachbarn“
Mit dem trockenen Humor der Dornbirner war es keine Kunst, die Nachbarn aufs Korn zu nehmen. Einiges aushalten mussten etwa die Bewohner der Nachbargemeinden. So wurden die Bregenzerwälder gerne als schlaue Füchse bezeichnet, die Lustenauer hingegen als „arme Kirchamüs“ verlacht.
Glücklich waren jene Zeitgenossen, denen es nicht an Nahrung fehlte. Heikelkeit war deshalb eine Untugend, die allerdings weit verbreitet war. Darum sollte man den Ratschlag „Ma ießt, was ma heat, as kut alls in uon Mago“ möglichst befolgen, auch wenn die Kost mehr als einfach und sehr rustikal war. Wer sich täglich an einen vollen Tisch setzen kann, „heat a Leäba wio d´Vögol in Hampfsoma“, sagten jene armen Schlucker, die nicht selten Hunger leiden mussten.
Immer schon wurden Menschen, die sich als besonders klug präsentierten, mit treffenden Worten aufs Korn genommen und nicht ungern verspottet: „Du bischt gschidor as Salomons Katz und däne ischt hindörschi do Bom uffe.“ Eine Schmeichelei, die nicht bei allen gut ankam.
Verflixtes Alter
Eine große Rolle spielte bei unseren Vorfahren das Altern, das unweigerlich mit dem Tod endet. Kein Wunder, dass es unzählige Redensarten gibt, die sich diesem Thema widmen. Gut beraten waren und sind immer noch jene Leute, die stets einen lockeren Spruch für den Sensenmann parat haben: „Die Alto müssond sterbo und die Jungo künnond.“ Wer dann tatsächlich den letzten Atemzug gemacht hat, „heat s´Schnufa vergesso oder do Löffl fallo glo.“ HA