Mit dem Wälderbähnle entstand Traditionshaus

Vorarlberg / 01.11.2020 • 16:50 Uhr
Das Hotel Schwärzler in Bregenz entstand zur Zeit der Entstehung des Wälderbahn.<span class="copyright">fst</span>
Das Hotel Schwärzler in Bregenz entstand zur Zeit der Entstehung des Wälderbahn.fst

Bewegte Geschichte des Hotel Schwärzler in Bregenz.

Bregenz Mit dem Ende der Wälderbahn im Jahre 1980 verbinden sich für viele Bregenzer mancherlei Erinnerungen. So stand ein Gasthaus an der Landstraße, wo einst das Wälderbähnle vorbeipustete, heute bekannt als Vier-Sterne-Hotel Schwärzler.

„Zur Bregenzerwälderbahn“

Das Gasthaus verdankt seine Entstehung dem Bau der Wälderbahn. Der Bregenzer Baumeister Hagen sah damals eine wirtschaftliche Chance und errichtete das Haus – man bemerkt noch den Spätstil aus der Gründerzeit. Niemand Geringerer als Romedius Wacker, Vater von Rudolf Wacker, zeichnete für die Architektur des Hauses verantwortlich. Am 15. September 1902 wurde mit dem berühmten Egger Volksfest die Eröffnung der Wälderbahn gefeiert, und auch vom Gasthaus „Zur Bregenzerwälderbahn“ wehten bereits die Fahnen, obwohl es noch nicht ganz fertiggestellt war.

Gasthof Rieden

Später wurde das Haus von Robert Stahr, der 1892 die Villa Fünfland an der Wolfeggstraße von Georg Baumeister errichten ließ, übernommen. 1930 erwarb Karl Schwärzler den Besitz und schuf durch Umbauten den Gasthof „Rieden“. Er führte das Haus mit seiner Frau Emma, geb. Nußbaumer, weiter. Diese war dann jahrzehntelang in Küche und Gaststube tätig, eine allseits geachtete und beliebte Wirtin. So manche Benützer der Bahn wollten nicht in Bregenz am Bahnhof aussteigen und gingen lieber durch die Gallusstraße und Kirchstraße in die Stadt und kehrten zuvor bei Frau Schwärzler ein. Und so mancher Kapuziner, der nach Bezau fuhr, bekam in der Gaststube bei Schwärzlers noch ein Viertele, bevor das Bähnle kam.

Ein Hotel entstand

Eine weitere Veränderung erfolgte 1973, als Sohn Helmut das Gasthaus übernahm. Er hatte in der Hotelbranche schon reichlich Erfahrung gesammelt und baute ans alte Gasthaus in gediegener Architektur ein Hotel. Dafür holte er sich den bekannten Bregenzer Dombaumeister Richard Bechtold. Das „Schwärzler“ war das erste Hotel in Bregenz, das ein eigenes Hallenbad besaß, das auch von Einheimischen gerne besucht wurde, weil es damals noch kein Hallenbad in Bregenz gab. Am 1. April 1978 übernahmen dann Albert und Maria Kofler die Leitung von der Familie Schwärzler.

Anbau des Nordtrakts

1982 erfolgte der Anbau des Nordtrakts mit 60 Gästebetten sowie Sauna und Tiefgarage. 1989 wurde abermals umgebaut. In einem Anbau entstand der Pavillon mit neuem Hallenbad und Saunabereich, Dampfbad, Solarium und Massageabteilung. Gleichzeitig entstand der Seminartrakt mit den drei Tagungsräumen für Veranstaltungen für bis zu 120 Personen. 1990 stockten die Koflers die „Belle Etage“ mit sieben luxuriösen Juniorsuiten (45–60m2) auf, unter anderem mit begehbarem Schrankraum, Badezimmer mit Tageslicht, kleiner Dachterrasse und Klimaanlage. Seit 1999 ist das Schwärzler Teil der Stiftung Schwärzler Hotel AG unter der Führung vom jüngsten Sohn Hubert Schwärzler und Andrea Schwärzler.

Inzwischen ist das „Schwärzler“ zum Inbegriff der gehobenen Gastronomie geworden, aber auch Einheimische trifft man an der Hotelbar oder im Gasthaus. Fst