Wie Restaurants der Angst vor dem Virus entgegenwirken

Vorarlberg / 22.10.2020 • 17:29 Uhr
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Einmal pro Woche wird das Restaurant Dorfmitte in Koblach in eine mobile Teststation umfunktioniert. Fotos: VN/Steurer

Die Belegschaft des Restaurants Dorfmitte in Koblach lässt sich freiwillig wöchentlich auf das Coronavirus testen.

Koblach Angenehm seien die PCR-Tests ja nicht unbedingt, gibt Bettina Stöger zu. „Aber es ist in der derzeitigen Situation sicher notwendig.“ Stöger ist eine von 24 Mitarbeitenden des Restaurants Dorfmitte in Koblach, die sich wöchentlich freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Die Pächter Michael Mallin und Tamara Gächter haben sich für das Testprogramm „Sichere Gastwirtschaft“ gemeldet, als sie davon erfahren haben. Seit Anfang September wird der Saal des Gasthauses einmal pro Woche in eine mobile Teststation umfunktioniert. Die Belegschaft kann sich so direkt am Arbeitsplatz von Mitarbeitern des Salzburger Labors Novogenia testen lassen. „Durch die Tests haben nicht nur die Gäste Sicherheit, sondern auch die Mitarbeiter selbst haben Gewissheit“, erklärt Mallin, warum sich er und sein Team testen lassen. „Wir haben das vorher im Team besprochen, ob wir bei den wöchentlichen Tests mitmachen wollen.“ Hätte nur die Hälfte der Belegschaft zugestimmt, wäre das Programm nicht in Frage gekommen.

Zwei Mitarbeiter des Labors Novogenia funktionieren das Gasthaus in eine Teststation um.
Zwei Mitarbeiter des Labors Novogenia funktionieren das Gasthaus in eine Teststation um.

Ergebnis per SMS

Für den wöchentlichen Test kommen zwei Mitarbeiter des Labors nach Koblach. Es folgt ein Check-in mittels QR-Code und eines amtlichen Lichtbildausweises. Hinter einem Sichtschutz erfolgt der PCR-Test mittels Rachenabstrich. Die Proben kommen anschließend zur Auswertung ins Labor. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden wird das Ergebnis per SMS an die Getesteten übermittelt. In der Dorfmitte hatte bisher noch niemand ein positives Ergebnis. „Wir hoffen natürlich, dass es so bleibt“, sagt Michael Mallin. Sein Team ist in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass im Falle eines positiven Testergebnisses eines der Teams weiterarbeiten kann.

Mitarbeiterin Bettina Stöger registriert sich mit QR-Code und Ausweis. In etwa 24 Stunden hat sie ihr Ergebnis.
Mitarbeiterin Bettina Stöger registriert sich mit QR-Code und Ausweis. In etwa 24 Stunden hat sie ihr Ergebnis.

Keine Kosten für Betriebe

Seit Anfang Juli läuft das Gratistestprogramm „Sichere Gastfreundschaft“ vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus für Beherbergungsbetriebe. Im Mai war das Montafon eine von österreichweit fünf Pilotregionen. Seit 1. September können sich auch Beschäftigte von Campingplätzen und Jugendherbergen sowie Gastronomiemitarbeiter wöchentlich testen lassen. Die Antragstellung erfolgt auf oesterreich.gv.at. Der Bund fördert die Testungen mit 85 Euro pro Test. Insgesamt sind für das Programm 150 Millionen Euro vom Bund budgetiert. Für die Betriebe und die Beschäftigten entstehen somit keine Kosten.

Der Saal des Restaurants Dorfmitte wird zur Testabnahme genutzt.
Der Saal des Restaurants Dorfmitte wird zur Testabnahme genutzt.

In Vorarlberg wurden seit Anfang Juli im Rahmen des Programms 26.276 Abstriche in 482 Betrieben gemacht, davon 24.263 in 402 Beherbergungsbetrieben und 1973 Abstriche in 77 Gastrobetrieben. Insgesamt sind derzeit 5033 Mitarbeiter von 521 Betrieben angemeldet.

Das Gratistestprogramm soll per 31. Oktober verlängert und auf die kommende Wintersaison ausgeweitet werden. Ab 1. November sollen sich dann auch Skilehrer, Bergführer, Reisebegleiter, Fremdenführer oder Privatzimmervermieter einmal pro Woche testen lassen können.