Brandermittler nach Explosion in Dornbirn: „Es lag nicht an den Bohrungen“

Vorarlberg / 20.10.2020 • 16:55 Uhr
Brandermittler nach Explosion in Dornbirn: „Es lag nicht an den Bohrungen“
Eine Trümmerwüste blieb von dem, was einst die Ausweichschule war. Die Brandermittlungen vor Ort sind abgeschlossen. VN/Paulitsch

Als Ursache für die Detonation der Ausweichschule in Dornbirn wird ein Leck im Technikraum vermutet.

Dornbirn Am Sonntag um 0.10 Uhr erschütterte eine gewaltige Detonation den Ortsteil Fischbach in Dornbirn. Eine Gasexplosion zerriss buchstäblich die dortige Ausweichschule, übrig blieb nur ein Trümmerfeld (die VN berichteten).

Mit Hilfe von angereisten Spezialisten für Gasexplosionen aus Wien wurden am Montag die Brandermittler des Landeskriminalamts (LKA) aktiv. Bereits am Dienstagmittag konnten die Erhebungen abgeschlossen werden – zumindest jene vor Ort.

Gasleitungen überprüft

Als mögliche Ursachen für die Detonation wurden zu Beginn der Ermittlungen Kernbohrungen bei der Schule in Betracht gezogen, durch die am Samstagvormittag vielleicht Gasleitungen beschädigt wurden.

Doch diese Annahme erwies sich als unbegründet, wie Andreas Lässer, Brandermittler beim LKA, am Dienstag gegenüber den VN versicherte: „Wir haben sämtliche Gasleitungen überprüft, keine war beschädigt. Es lag also definitiv nicht an den Bohrungen.“ Beim Bohrmeister sei also keine Schuld zu suchen.

Schon bald stellte sich heraus, dass sich der Explosionsherd irgendwo bei der Gastherme im Technikraum der Schule befand. Lässer: „Hier muss ein Leck entstanden sein, aus dem das Gas herausströmte.“ Oder auch ein undichtes Gasventil. Jedenfalls haben die Wiener Spezialisten Gaszähler, Gasventile und anderes eingepackt, um sie in Wien unter Laborbedingungen untersuchen zu können. Ein konkretes Ergebnis könnte noch Wochen auf sich warten lassen, sagt der Brandermittler.

Regelmäßige Wartungen

Doch wie könnte so ein Leck entstanden sein? Lässer stellte dazu gleich klar: „Natürlich werden solche Technikräume regelmäßig kontrolliert und gewartet, das war auch in diesem Fall so. Doch wenn in einem solchen Raum nur irgendwie einmal herumgeholpert wird, kann es schon zu einer Beschädigung kommen. Und wenn dann Gas ausströmt, genügt nur der geringste Funke, vielleicht ausgelöst beim automatischen Aktivieren irgendeines Schalters, um eine Explosion zu verursachen. Das wird jetzt überprüft.“

Penetranter Geruch

Selbst wenn sich Schüler in dem Gebäude befunden hätten, geht der Brandermittler von keinem Katastrophenszenario mit Todesopfern aus. Das ausströmende Gas, ein penetranter und kein neutraler Geruch, hätte sofort für Alarmstimmung und eine rechtzeitige Evakuierung gesorgt, ist sich Lässer sicher. Oder hofft er zumindest . . .