Spurensuche nach Explosion: Brandermittler sind angerückt

Nach der gewaltigen Explosion nehmen Experten aus Wien und Vorarlberg die Schulruine unter die Lupe.
Dornbirn Was genau hat in der Nacht auf Sonntag zu der gewaltigen Explosion in der Ausweichschule Fischbach in Dornbirn geführt? Zunächst war nur bekannt, dass am Samstagvormittag Kernbohrungen auf dem Areal stattgefunden haben. Die Polizei vermutet, dass dabei Gasleitungen, die rund 80 Zentimeter unterhalb des Erdgeschoßes verlaufen, beschädigt wurden. Das Gas trat wohl unbemerkt aus. Laut Stadt sollte die Fernwärmeleitung zu dem Schulgebäude verlegt werden.
Die Druckwelle war so heftig, dass Fenster von Nachbargebäuden und Autoscheiben barsten. Fassadenteile und Fensterglasscheiben wurden bis zu hundert Meter weit geschleudert. Es kam zu großräumigen Evakuierungen. Die unmittelbar neben der Schule liegende Zugstrecke musste vorübergehend gesperrt werden.
Die Explosion ereignete sich um kurz nach Mitternacht. Die Feuerwehr war 21 Stunden lang im Einsatz. Über Nacht behielt eine Brandwache die Brandruine im Auge. Am Montag waren die Mitarbeiter des städtischen Werkhofes damit beschäftigt, die Nachbargrundstücke und Gärten von Unrat zu befreien. “Glas, Fenster, Fassadenteile. Das ganz Auto ist schon voll”, berichtet Mitarbeiter Dietmar Klocker kurz nach Mittag.

Brandermittler
Am Montagnachmittag konnten schließlich die Brandermittler des Landeskriminalamts ihre Arbeit aufnehmen und mit der Spurensicherung beginnen. Kurz vor 15 Uhr fuhren zwei silbergraue VW-Busse auf dem Gelände vor. Unterstützung bekommen die Vorarlberger Ermittler von Spezialisten aus Wien. “Die haben mehr Erfahrung mit Gas als wir. Es sind auch ein Sachverständiger und ein Fotograf dabei”, erläutert Andreas Lässer, stellvertretender Leiter der Brandermittlung im Vorarlberger Landeskriminalamt.

Die Ausweichschule Fischbach wurde vor rund zehn Jahren errichtet und diente seither als Ausweichquartier für jene Schulen, die im Rahmen des Dornbirner Schulraumkonzepts saniert oder neu errichtet werden. Seit dem neuen Schuljahr wurden dort die drei ersten Klassen des neuen Schulsprengels Forach unterrichtet.

Volksschüler kommen in Haselstauden unter
Mit der VS Forach ging in diesem Schuljahr eine neue Volksschule mit drei Klassen in Betrieb, deren Schulgebäude noch gar nicht gebaut wurde. Bis das neue Schulhaus im Dornbirner Westen steht, und das ist noch in der Planungsphase, sollten die Klassen in der Ausweichschule unterrichtet werden, die nun in Schutt und Asche liegt. Nachdem die Forach-Schüler am Montag zu Hause bleiben mussten, werden sie ab dem heutigen Dienstag in der Volksschule Haselstauden, nach den Herbstferien in der Mittelschule Haselstauden unterrichtet. Betroffen sind 45 Schüler, wie der Direktor der VS Haselstauden, Jürgen Sprickler, berichtet. Wie die Stadt mit der neuen Situation langfristig umgeht – in der VS Forach sollen ja kommendes Jahr weitere Kinder eingeschult werden – ist noch nicht entschieden. „Es ist alles noch ganz frisch“, erklärte Schulstadtrat Martin Hämmerle (Grüne) am Montag auf Nachfrage der VN. Am heutigen Dienstag tagt der Stadtrat. „Vorher etwas zu sagen wäre Spekulation“, so Hämmerle, der selbst erst seit gut zwei Wochen im Amt ist.
