Corona macht es dem Wintertourismus schwer

Buchungslage für Weihnachten und Neujahr eher dürftig.
bregenz Für die kommenden Tage hat der Wetterbericht zwar Föhn und warme Temperaturen angekündigt, in den Skigebieten laufen die Vorbereitungen auf die Wintersaison trotzdem schon auf Hochtouren. „Alle sind bemüht, sich bestmöglich auf die außergewöhnliche Situation einzustellen“, berichtet Vorarlberg-Tourismus-Geschäftsführer Christian Schützinger von entsprechenden Präventionskonzepten, die bereits auf dem Tisch liegen.
Freizeitbeschäftigung Skifahren
Er hält auch nichts davon, schon jetzt die Flinte ins Korn zu werfen. Der Tagestourismus aus Deutschland sei trotz Reisewarnung immer noch eine Option. Ein grober Schlag wäre laut Schützinger jedoch eine Verschärfung der Maßnahmen, wie sie Deutschland für Mitte Oktober angekündigt, dann jedoch verschoben hatte. Rückkehrern aus Risikogebieten wäre laut diesen Plänen auf jeden Fall eine Quarantäne ins Haus gestanden. Jetzt dürfen sie ohne Test und Quarantäne 48 Stunden außer Landes und zum Skifahren, denn das fällt laut Tourismuslandesrat Christian Gantner nicht unter Freizeitveranstaltung, sondern unter Freizeitbeschäftigung.
Einkaufen in Konstanz
Es gibt auch eine Erleichterung für Vorarlberger, die es zum Einkaufen über die Grenze zieht. So hat Baden-Württemberg beschlossen, dass die sogenannte 24-Stunden-Regelung entlang der jeweiligen Grenzen zu den Nachbarländern gelten soll. Diese Regelung erlaube es den Bürgern, sich diesseits und jenseits der Grenzen unbeschränkt innerhalb von 24 Stunden im Grenzgebiet zu bewegen und ihrem Alltag ohne Behinderungen nachzugehen. Wer also zeitgerecht nach Hause fährt, darf zumindest wieder in Konstanz oder Friedrichshafen auf Shoppingtour gehen.
Ein großes Fragezeichen steht allerdings immer noch hinter der kommenden Wintersaison. Rund fünf Millionen Übernachtungen bringt eine volle Wintersaison in Vorarlberg im Durchschnitt. Heuer setzte ihr das Coronavirus drei Wochen vor der Zeit ein abruptes Ende. Die Nächtigungszahlen brachen auf 4,1 Millionen ein. Die Buchungslage ist, bezogen auf Weihnachten und Neujahr, bislang ebenfalls wenig berauschend. „Viele Gäste, die ihren Aufenthalt schon im Voraus gebucht haben, haben inzwischen wieder storniert“, bedauert Christian Schützinger.
Treue Stammgäste
Derzeit liegen die Reservierungen gerade einmal bei einem Drittel von dem, was zu besagter Jahreszeit eigentlich üblich ist. „Es sind vorwiegend Stammgäste, die uns die Treue halten“, kann der Tourismuschef zumindest etwas Positives berichten. Außerdem gebe es ja noch einen einheimischen Markt. Bei der Schweizer Kundschaft gibt sich Schützinger verhalten. Die würden auch gerne wieder im Inland urlauben. Für das Ausland ortet er bei den Eidgenossen eine gedämpfte Reiselaune. Die Sicht von Landeshauptmann Markus Wallner dazu: „Die Hoffnung für den Wintertourismus liegt bei den Skiliften auf Tagestouristen aus Deutschland, die weiterhin zum Skifahren kommen können, und bei den Hotels auf Urlaubern aus der Schweiz.“
In den nächsten Tagen präsentiert Christian Gantner den Winterkodex Vorarlberg, der unter anderem eine Gästeregistrierung beinhalten soll. Ob sie tatsächlich verpflichtend kommt, wie dies in Oberösterreich, Salzburg und Tirol der Fall ist, oder freiwillig sein wird, steht noch nicht fest. Markus Wallner seinerseits hatte in einem Gespräch mit den VN unlängst zur Winterstrategie gemeint: “Wir wären auch zu einer Registrierungspflicht bereit.” Er halte eine Registrierung für richtig. Es müsse jedoch keine gesetzliche Vorschrift sein, kein Zwang. Sicher ist, dass bereits an einem Registrierungssystem gearbeitet wird. Gäste sollen sich mittels QR-Code in Skihütten, Restaurants, Skischulen, Skiverleihen und Bussen anmelden können. Der gesamte Weg des Gastes soll verfolgt werden.