Bezirksgericht: Rätsel um fliegenden „G’spritzten“

Vorarlberg / 17.10.2020 • 12:00 Uhr
Bezirksgericht: Rätsel um fliegenden „G'spritzten“
Eine Rauferei in einer Bar beschäftigt derzeit das Bezirksgericht Dornbirn. VN/GS

Tumult am Tresen einer Unterländer Bar wurde zum Fall für das Gericht.

Dornbirn Erst wurde Geburtstag gefeiert. Dann Ortswechsel in eine Bar. Das Geburtstagskind, eine 32-jährige Frau, war schon „lustig beinander“, sagt sie später als Angeklagte am Bezirksgericht Dornbirn aus. Ihr 29-jähriger Freund, vor Gericht der Erstangeklagte, hingegen nicht. Denn glaubt man seinem Kontrahenten, dem Drittangeklagten, war der „Mann schon den ganzen Abend aggressiv und geladen.“

Glassplitter im Bauch

Doch weshalb? „Weil seine Freundin mit den ganzen Kerlen in der Bar herumschmuste“, begründet der 24-Jährige vor Richter Frank Plasinger. Jedenfalls kam es zum Eklat. Laut Zeugenaussagen warf der Erstangeklagte ein Spritzerglas in Richtung Bar. Glassplitter flogen. Ein Zeuge behauptet: „Ich wurde von den Splittern am Bauch getroffen und blutete aus Wunden.“ Andere erzählen, dass der 29-Jährige erst den G’spritzten in die Menge geschüttet und dann das Glas Richtung Tresen geschleudert hätte. „Wir waren pflatschnass von oben bis unten“, erinnert sich ein Zeuge.

„Fühlte mich wie ein Fußball“

Der mit diesen Vorwürfen konfrontierte Erstangeklagte hingegen bezeichnet sich vielmehr selbst als Opfer. „Kann schon sein, dass ich das Glas ausgeschüttet habe, aber ich habe es auf keinen Fall in die Menschentraube geschleudert. Da stand ja schließlich meine Freundin mittendrin. Aber dann wurde auf mich eingeprügelt. Auch von den Securities. Ich fühlte mich wie ein Fußball.“

„Was hat der Trottel bloß?“

Der 24-jährige Drittangeklagte gibt zu, dass er den Tobenden einbremsen wollte: „Ja, ich wollte ihn schlagen. Ich weiß aber nicht, ob ich ihn verletzt habe. Jedenfalls hat er danach weiter gefeiert. Sogar sein eigener Freund hat mich gefragt: ‘Was hat der Trottel?’“ Die zweitangeklagte Freundin des Erstbeschuldigten soll den 24-Jährigen am Hals gepackt und verletzt haben. Sie sagt: „Ich wollte ihn nur wegschupfen, weil er meine Freundin als Schlampe bezeichnet hat.“ Die 32-Jährige wird im Rahmen einer Diversion mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro bedacht und ist einverstanden.

Die beiden anderen Angeklagten müssen noch auf das Urteil des Gerichts warten. Der Richter vertagt die Verhandlung. Er will noch den Inhaber der Bar, der Zeuge des verwirrenden Vorfalls gewesen sei, vernehmen.