Selber denken
Warum brauchen wir eigentlich immer jemanden, der uns sagt, wo es langgeht? Dies wird jetzt kein Feldzug gegen die Staatsmacht, keine Sorge. Wenngleich, zugegeben, eine rote Ampel um Mitternacht bei menschenleerer Straße schon eine ganz schöne Herausforderung darstellen kann. Nein, es geht ums Lüften.
Seit Menschen mit beginnendem Herbst wieder in die geschlossenen Räume zurückkehren, hat das Lüften den öffentlichen Diskurs erobert. Bildungsminister Faßmann hat die Fenster der österreichischen Klassen so weit aufgerissen, dass Wiener Kinder schon im September im Wintermantel zur Schule trotteten.
Also lüften wir. Aber wie? Schon hat das „richtige Lüften“ eine Unzahl von Videos im Internet provoziert, Experten streiten sich, letztendlich spürt sogar das renommierte deutsche Magazin „der Spiegel“ in einer umfangreichen Geschichte der Frage nach, wie man wohl richtig die Fenster öffnet und wann man sie wieder schließen soll. Da fragt man sich schon: Wann sind wir eigentlich falsch abgebogen? Und warum brauchen wir seither immer jemanden, der uns sagt, wo es langgeht?
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