Probleme bei Durchführung von Grippe-Impfaktionen

Auch Unternehmen müssen mit weniger Impfstoff auskommen.
Schwarzach Corona hat den Grippeimpfstoff zu einem raren Gut werden lassen. Deutlich mehr Menschen als sonst wollen sich heuer wenigstens gegen die Influenza schützen. In den Apotheken werden die Wartelisten immer länger, und auch niedergelassene Ärzte klagen über einen Mangel an benötigten Impfdosen. Nicht viel besser geht es Unternehmen, die Impfaktionen für ihre Mitarbeiter geplant hatten. Sie können oft nur in sehr eingeschränktem Umfang durchgeführt werden. „Wir haben 60 Impfstoffdosen bestellt, aber nur zehn erhalten“, sagt etwa Sandra Jansen von Haberkorn in Wolfurt. Damit ging sich eine Aktion aus, die zweite musste abgeblasen werden.
Geschrumpfter Vorrat
Beim Beschlägehersteller Blum in Höchst wird die Grippeimpfung seit 35 Jahren angeboten. „So groß wie heuer war das Interesse noch nie“, erzählt Cornelia Bussolon, die als arbeitsmedizinische Assistentin für Vorbereitung und Ablauf der Impfaktion verantwortlich zählt. Die Bestellung des Impfstoffs sei sehr früh erfolgt. Auf dem Wunschzettel standen 1000 Dosen, gekommen sind jedoch nur 600. Jene Beschäftigten, die sich bislang regelmäßig impfen ließen, kamen als Erste dran. Für sie stand genug Serum zur Verfügung. Morgen, Donnerstag, gibt es eine weitere Impfaktion, doch die Reserven sind auf 400 Dosen geschrumpft. Ob die Menge reicht? „Ich weiß es nicht“, räumt Cornelia Bussolon ein. Eine Aufstockung des Kontingents war nicht möglich.
Auf eine Nachlieferung hofft man auch bei der Firma Doppelmayr. Für die Impfung angemeldet haben sich 50 Personen, ein Teil des Impfstoffs kam bereits, der große Rest fehlt aber noch. Bei Haberkorn konnten sich Impfwillige anmelden. „Wer zuerst kommt, malt zuerst“, bedient sich Betriebsratsvertreterin Sandra Jansen einer alten Volksweisheit. Zum Zug kamen bislang nur die ersten zehn auf der Anmeldeliste. „Die Apotheke, bei der wir bestellen, hat uns schon im Vorhinein wenig Hoffnung auf die volle Lieferung gemacht“, sagt Jansen. Es könnte allerdings sein, dass etwas nachkommt. In diesem Fall würde sie eine zweite Aktion organisieren, denn: „Wir haben immer noch Anmeldungen.“ Die Impfaktion gegen Zecken fiel heuer überhaupt zur Gänze aus, weil sie genau in die Phase des Lockdowns fiel.
Deutlich höheres Interesse
Mehr Dosen als üblich hat auch die Apotheke im Landeskrankenhaus Feldkirch geordert. Mehr als 2000 sind es, und sie sollten kommen, zeigt sich Oberärztin Gabriele Hartmann, Leiterin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge, zuversichtlich. Auch sie berichtet von einem deutlich höheren Interesse an der Grippeschutzimpfung als in früheren Jahren. „Es wird also sicher kein Impfstoff übrigbleiben“, vermutet sie. Die Auslieferung soll Ende Oktober erfolgen.