Diese neuen Möglichkeiten gibt es für Kinderfachärzte

Vorarlberg / 13.10.2020 • 05:00 Uhr
Diese neuen Möglichkeiten gibt es für Kinderfachärzte
Bei erkrankten Kindern ist schnelle und zielgerichtete Hilfe angesagt. ADOBE STOCK

Spitalsmediziner können ab sofort auf Kassenteilstellen in der Niederlassung arbeiten.

Dornbirn Fieberhaft wird nach Lösungen für den Engpass bei der kinderärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich gesucht. Sowohl ÖGK-Landesstelle als auch Ärztekammer sind darum bemüht. Nun gibt es eine konkrete Option, von denen die Verantwortlichen hoffen, dass sie auf Interesse stößt. Ab sofort können im Krankenhaus tätige Kinderfachärzte auf einer Teilstelle im niedergelassenen Bereich arbeiten und dies auf Kassenvertragsbasis. Wie der Vorsitzende der ÖGK-Landesstelle, Manfred Brunner, auf VN-Nachfrage erklärte, kann der Kassenvertrag bis zu einem Drittel einer ganzen Stelle umfassen. Das Arbeitsausmaß müsse versorgungsrelevant sein, konkretisiert er. Diese Variante soll dort zum Einsatz kommen, wo ein dringender Bedarf an Kinderärzten besteht. In Planung ist zudem ein pädiatrisches Zentrum in Dornbirn, das einen leitenden Kinderfacharzt sowie ein bis zwei angestellte Pädiater umfassen soll. „Wir unterstützen auch dieses Projekt vollumfänglich“, betont Brunner.

Freiwillige Lehrpraxen

Wie berichtet, sind von den 20 Kassenstellen für Kinderfachärzte derzeit 18 besetzt. Die offenen Stellen befinden sich in Dornbirn und Feldkirch. Vor allem die Stadt Feldkirch ist mit nur einer Kinderfachärztin in der Niederlassung deutlich unterversorgt. Eine Ausschreibung brachte zwar einige Bewerbungen, doch noch konnte nichts fixiert werden. Ebenfalls ein Thema bei der ÖGK ist die Einrichtung von Lehrpraxen in Facharztordinationen. Diese Möglichkeit hat der Fachgruppensprecher der Kinderärzte, Bernhard Jochum, im VN-Gespräch moniert. Es gehe in dieser Sache nicht genug vorwärts, klagte er. Laut Manfred Brunner ist im pädiatrischen Zentrum die Ansiedlung einer Lehrpraxis vorgesehen, allerdings nur als Modell auf freiwilliger Basis. Die verpflichtende Etablierung von Lehrpraxen im Facharztbereich bedürfte einer Gesetzesänderung. Brunner hofft trotzdem auf Umsetzung. Es werde verhandelt. Lediglich die Finanzierung sei noch offen. „Das würde die Versorgung in Dornbirn klar verbessern“, ist der ÖGK-Landesstellenvorsitzende überzeugt.

Informationsveranstaltungen

Was Feldkirch betrifft hofft er, dass das Angebot der Teilstellen auf fruchtbaren Boden fällt. Brunner verweist auf die inzwischen vielfältigen Arbeitsmodelle im niedergelassenen Bereich wie Job-Sharing, erweitertes Job-Sharing, Teilstelle oder Gemeinschaftspraxen. „Es gibt also für jeden ärztlichen Lebensstil ein Modell“, merkt Manfred Brunner noch an. Um diese Information an die Mediziner zu bringen, organisiert die Ärztekammer für alle Fachgruppen mit personellen Mangelerscheinungen Informationsveranstaltungen. Am Montagabend waren die Kinderärzte an der Reihe.