Das Ende einer politischen Karriere

Historiker Höbelt ist überzeugt: Heinz-Christian Strache kehrt nicht mehr zurück.
Wien Einst Vizekanzler der Republik und Regierungsmacher der FPÖ, eineinhalb Jahre später knapp stärker als die Bierpartei und endgültig am Ende der Karriere angelangt. Der Fall des Heinz-Christian Strache hat die letzten Meter hinter sich. “Ich halte ein Comeback für völlig ausgeschlossen”, ist Lothar Höbelt, Historiker, Uni-Professor und FPÖ-Kenner, überzeugt. Strache habe auch Pech gehabt, denn Corona habe alles überlagert, fährt Höbelt fort. “Ansonsten wäre es sicher auch im Interesse der Konkurrenten der FPÖ gewesen, Strache zu Wort kommen zu lassen.” Der Wiener Wahlkampf sei Strache aber sowieso nicht gelegen. “Haider hat immer gedacht, er ist ohne Partei besser dran. Strache war immer in den Apparat eingebunden. Und jetzt sollte er das machen, was er bei Haider bekämpft hat. Das war eine fiese Ausgangsposition.” Deshalb sei klar gewesen, dass er den Sprung in den Gemeinderat nicht schafft.
Was bleibt? Höbelt erläutert: “Die Art und Weise, wie er die Partei in die Regierung geführt hat, war eigentlich schon sehr gut. Er ist zur richtigen Zeit das richtige Bündnis eingegangen. Nur, er war halt auch selbst schuld, dass es gescheitert ist.” Nicht unbedingt wegen dem, was auf Ibizia geschehen ist. Schuld sei das grottenschlechte Krisenmanagement in der Zeit, als Ibiza öffentlich wurde, sagt der Historiker. “Das, was danach gekommen ist, disqualifiziert ihn als Spitzenpolitiker.” Was Strache geschafft habe: besser als Haider die Wiener Arbeiterschaft und die Jugend anzusprechen. Wie schon Knittelfeld gezeigt habe, gehen bei Parteispaltungen viele Wähler nicht mehr zur Wahl. “Der typische Strache-Wähler ist zu den Nichtwählern gegangen. Es wird schwierig, diese Leute noch einmal zu politisieren”, analysiert Höbelt.