Wenn der schönste Tag im Leben schon wieder warten muss

Statt Hochzeiten zu planen, muss Gabi Micheluzzi derzeit zahlreiche Brautpaare trösten.
Bregenz Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr heißt es für angehende Brautpaare: Bitte warten! Die neuerliche Einführung der Obergrenze von zehn Personen bei Hochzeiten in geschlossenen Räumen macht große Hochzeitsfeiern unmöglich. “Besonders bitter ist das für jene Paare, die ihre Hochzeit vom Frühjahr in den Herbst verschoben haben, weil sie zuversichtlich waren, dass bis dahin wieder alles in Ordnung ist”, erklärt Hochzeitsplanerin Gabi Micheluzzi von den Hochzeitsfeen in Bregenz. Die Verunsicherung bei den angehenden Eheleuten hat das Geschäft bei Gabi Micheluzzi fast vollständig zum Erliegen gebracht. “Der Schaden ist riesengroß”, beklagt die Eventexpertin, die heuer mit Umsatzeinbußen von 70 Prozent rechnet. Normalerweise dauere die Hochsaison sieben Monate. “Heuer waren es nur sechs Wochen.” Insgesamt betreuen Micheluzzi und ihre neun Mitarbeiter 300 Events im Jahr, dazu gehören auch Weihnachtsfeiern, Firmenevents und Bälle. “In diesem Jahr sind es gerade mal 54 Veranstaltungen”, rechnet Micheluzzi vor. Ihre Arbeit bestehe aktuell darin, enttäuschte Brautpaare am Telefon zu trösten und Termine bei den Dienstleistern zu verschieben. “Sechs bis sieben Stunden verbringe ich jeden Tag damit, ohne dabei etwas zu verdienen.”

Die erfahrene Hochzeitsplanerin bedauert, dass die Eventbranche keine eigene Sparte bei der Wirtschaftskammer habe: “Wir sind ganz lange nicht gesehen und gehört worden.” Glücklicherweise stehe der Betrieb durch Rücklagen und Verlängerung der Kurzarbeit auf gesunden Beinen. Ob die Hochzeitssaison im kommenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen kann, ist ungewiss. “Der Terminkalender ist zwar voll, aber keiner weiß, wie sich die Lage entwickelt.” Schon jetzt gibt es bei den Hochzeitsfeen erste Absagen für 2021. “Das betrifft vor allem Braupaare aus Deutschland, die aufgrund der Reisewarnungen sehr verunsichert sind.”