Vom Werden des Wintersports

Vorarlberg / 09.10.2020 • 08:39 Uhr
Die Besucher zeigten sich von den Einblicken in die Anfänge und die Entwicklung des Tourismus im tal überaus angetan. <span class="copyright">dob</span>
Die Besucher zeigten sich von den Einblicken in die Anfänge und die Entwicklung des Tourismus im tal überaus angetan. dob

Die neue Ausstellung im Klostertal Museum ist noch bis Ende Oktober zu sehen.

wald Mit einem elfminütigen Film über „Stuben – ein Alpendorf im Winter“ sowie Ansprachen des Landtagsabgeordneten Christoph Thoma und Museumsobmann Christof Thöny wurde die neue Ausstellung „Wintersport im Klostertal“ dieser Tage im Klostertal Museum in Wald eröffnet. Der Film, aufgenommen vor dem Zweiten Weltkrieg, wurde vom Museumsverein Klostertal angekauft.

Vom Anfang

Der Wintertourismus hatte für das Klostertal und das Arlberggebiet schon vor dem Zweiten Weltkrieg Bedeutung. Bereits im Jahre 1885 wurde an den Langener Bahnhof ein langes Paket geliefert. Erstaunt hatte damals so mancher Stubner den Inhalt beäugt, das sich dann bei genauerer Betrachtung als norwegische Skier entpuppte. Ein norwegischer Ingenieur brachte dieses Paar Ski nach Langen am Arlberg, die in Folge auch von drei Einheimischen zur Fortbewegung auf Schnee benutzt wurden. Zehn Jahre später unternahm dann Paul Martin die ersten Skitouren und wurde von der Jugend aus Stuben genau beobachtet. Der Skilauf begann sich, vor allem auch durch die Tätigkeit des Skipioniers Viktor Sohm, zu entwickeln. In der Zwischenkriegszeit wurde der Wintersport bereits als Freizeitausübung vorwiegend von den Einheimischen ausgeübt.

Entwicklung

Auch die entstehenden Alpenvereinshütten nahmen einen wichtigen Part im Wintersport ein, und die Skier selbst wurden bald ein wichtiges Fortbewegungsmittel –insbesondere für Jäger, Pfarrer, Kaminkehrer oder Briefträger. Pfarrer Müller aus Warth war damals der erste Ski fahrende Pfarrer. 1926 wurde zudem der erste Wintersportverein in Dalaas gegründet; ihm folgten der Skiclub Klösterle (1932) und der Wintersportverein Braz im Jahre 1951; bei Letzterem gab es auch eine eigene Sektion Rodel, aus der auch einige erfolgreiche Rodler stammten. Ein bekannter Skifahrer namens Willi Walch erhielt zudem ein Patent für seine erfundene Bindung.

Beeindruckendes Material

Eine Ausstellung zu Viktor Sohm und der Familie Mathies ist derzeit im alten Schulzimmer in Stuben am Arlberg zu sehen. In der Ausstellung im Klostertal Museum werden wiederum beeindruckende Dokumente aus verschiedenen Fotobeständen rund um den Wintersport im Klostertal festgehalten und präsentiert, unter anderem Fotos, die ein Skirennen auf der Alpe Mason dokumentieren; damals hatte es offensichtlich zu wenig Schnee im Tal, um dort ein Rennen veranstalten zu können.

Die Ausstellung ist das Ergebnis der Forschungen zur Geschichte des Wintersports, die der Museumsverein Klostertal in den vergangenen Jahren im Rahmen des Interreg-Projekts „Virtuelles Geschichtsforum“ initiiert hatte. Die Schau ist dabei so aufbereitet, dass sie im Laufe der Wintersaison an verschiedenen Standorten aufgestellt und gesehen werden kann. Bilder der Ausstellung sind zudem in einem Kalender zusammengefasst, der über den Museumsverein Klostertal erhältlich ist.

Historisches gesucht

Übrigens: Für ein in Planung befindliches Wintersportarchiv sammelt der Museumsverein aktuell noch Fotografien, schriftliche Quellen, Objekte und Erinnerungen zum Thema Wintersport im Klostertal. DOB