Leere Sessel in Meininger Gemeindevertretung

Liste Koch mit vier Sitzen, aber nur zwei Kandidaten.
Meiningen Gemäß dem Wahlergebnis vom 13. September hat sich vergangene Woche die Gemeindevertretung Meiningen in einer konstituierenden Sitzung neu gegründet. Im Unterschied zur letzten Gemeindewahl im Jahr 2015, bei der lediglich zwei Parteien um die Gunst der Wähler geworben haben, traten 2020 gleich vier Fraktionen und drei Bürgermeisterkandidaten zur Wahl an.
Neben der Bürgermeisterliste „Offene Wählergemeinschaft und Volkspartei Meiningen“ kandidierten die Listen „FPÖ und Parteifreie“, die „Bürger Bewegung Meiningen“ sowie die Liste „Karlheinz Koch“. Als Bürgermeisterkandidat kandierte für die Meininger VP Amtsinhaber Thomas Pinter, für die FPÖ Philipp Halbeisen und Thomas Gehl ging für die „Bürger Bewegung Meiningen“ ins Rennen.
Aus vier mach zwei
Thomas Gehl und Philipp Halbeisen, die 2015 noch gemeinsam auf der Liste der FPÖ gestanden hatten, sind bei dieser Wahl mit getrennten Listen angetreten. Die Liste von Philipp Halbeisen konnte ein Mandat, Thomas Gehl konnte zwei Mandate in der Gemeindevertretung erreichen. Mit ihm zieht Helene Singer in die Gemeindevertretung ein. Die Liste „Karlheinz Koch“ schaffte nicht nur auf Anhieb den Einzug in die Gemeindevertretung, sondern erreichte sogar vier Mandate. Da die Liste jedoch nur mit zwei Kandidaten (Karlheinz Koch, Manuela Koch) zur Wahl angetreten war, bleiben zwei Sitze frei.
Die Gemeinde Meiningen hat aufgrund ihrer Einwohnerzahl – sie fällt in die Kategorie 2001 bis 2500 Einwohner – 21 Gemeindevertretungsmandate zu vergeben. Da aufgrund der genannten Umstände zwei Mandate allerdings nicht besetzt werden können, besteht die Meininger Gemeindevertretung in der Funktionsperiode 2020 bis 2025 lediglich aus 19 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern.
Gleich 14 Gemeindevertretungssitze (Thomas Pinter, Heribert Zöhrer, Eduard Keßler, Thomas Muther, Richard Güfel, Bettina Feurstein, Herlinde Nachbaur-Zeiss, Werner Pümpel, Ewald Kühne, Ulrich Feistenauer, Karl Sieber, Gerd Fleisch, Susanne Tagwercher und Simon Flucher) erreichte die Liste von Bürgermeister Thomas Pinter. Sie konnte somit ihre Zweidrittelmehrheit in der Gemeindevertretung verteidigen.
Vorstand in VP-Hand
Die Zahl der Gemeindevorstände wurde von der Gemeindevertretung mit 3 festgelegt. Da die Liste von Thomas Pinter wiederum knapp zwei Drittel der Wählerstimmen für sich entscheiden konnte und das restliche Drittel der Wählerstimmen auf drei Parteilisten verteilt wurde, kann die Bürgermeisterliste sowohl den 1. als auch den 2. und den 3. Sitz im Gemeindevorstand beanspruchen. Das Antreten von vier Parteilisten hat damit die Verteilung der Vorstandssitze zugunsten der Bürgermeisterpartei wesentlich beeinflusst.
Die Wahl zum Bürgermeister zeigte ein deutliches Ergebnis: Thomas Pinter erreichte knapp 74 Prozent der Stimmen und bleibt somit Bürgermeister von Meiningen.