Coronatests kratzen an der Schallmauer

100.000er-Marke ist demnächst erreicht. Teststrategie auch für Hausärzte.
Bregenz Seit mehr als einem halben Jahr ist das Coronavirus und der Umgang damit auch in Vorarlberg alltägliche Herausforderung. Bei der Bekämpfung der Pandemie lag der Schwerpunkt von Anfang an auf den Testungen. Mittlerweile wurden in Vorarlberg fast 100.000 Coronatests durchgeführt. Rein statistisch gesehen ist damit bereits jeder vierte Einwohner auf das Virus getestet worden. Allerdings beinhaltet diese Zahl viele Mehrfachtestungen. Wie hoch der Anteil ist, lässt sich jedoch nicht sagen. „Teilweise werden Personen im Tourismus oder Spitzensportler jede Woche oder vor jedem Spiel getestet, Kontaktpersonen der Kategorie I erhalten zwei Testungen, Spitalspersonal wird sogar mehrfach getestet. Das heißt, die Anzahl der getesteten Personen ist deutlich geringer als jene der Tests“, erklärt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher die Diskrepanz. Das Ausmaß der Testungen war hingegen zu erwarten. „Deshalb wurden die Testkapazitäten sowie die Systeme für die Probenabnahme sukzessive ausgeweitet“, führt Rüscher weiter aus.
Ein Serviceangebot
Inzwischen werden bekanntermaßen nicht mehr nur Personen mit Covid-19-Symptomen getestet. Seit einigen Wochen gibt es auch für Privatpersonen die Möglichkeit, sich auf eigene Kosten testen zu lassen. Abstrich und Auswertung sind für 46 Euro zu haben. Die Gesundheitslandesrätin spricht in diesem Zusammenhang von einer sehr guten Entwicklung und erläutert: „Aus unserer Sicht sind die Privattestungen ein wesentlicher Faktor in den Gesamttestungen. So waren es etwa am Sonntag 80 und am Montag 180 Testungen.“ Das Angebot wurde eingeführt, um die Laborkapazitäten seitens des Landes steuern zu können. Die privaten Testungen sind jedoch nicht Teil der Teststrategie, sondern ein reines Serviceangebot. Unternehmen würden das Testangebot für ihre Mitarbeitenden inzwischen ebenfalls gut annehmen. Rüscher rechnet mit einer weiteren Zunahme, wenn schnelle Antigentests zur Verfügung stehen.
Schnelle Antigentests
Herbst und Winter bezeichnet die Gesundheitslandesrätin ganz offen als Herausforderung: „Wir setzen da auf schnelle Antigentests bei Hausärzten sowie rasche PCR-Testungen.“ Was die Tests bei niedergelassenen Medizinern betrifft, wird die Teststrategie noch diese Woche fixiert. Positive Antigentests werden zusätzlich durch eine PCR-Untersuchung bestätigt oder eben widerlegt. Eine Aufstockung des Infektionsteams hält Martina Rüscher derzeit nicht für erforderlich: „Momentan sind die Kapazitäten des Infektionsteams mit etwa 150 Personen ausreichend, um alle Erkrankungsfälle und die Kontaktpersonenerhebungen fristgerecht abzuarbeiten.“ Die Fallzahlen der kommenden Tage und Wochen würden zeigen, ob eine Reduktion des Teams möglich oder eine weitere Aufstockung erforderlich sei. Allerdings regt sich, wie berichtet, zunehmend Unmut darüber, dass Testungen bzw. deren Ergebnisse oft zu lange dauern.