Bestätigt: Kleinwalsertal nicht mehr als Risikogebiet geführt

Robert-Koch-Institut nimmt Kleinwalsertal von der roten Liste nehmen. Reisewarnung dürfte damit fallen.
Mittelberg Es sind gute Nachrichten für das Kleinwalsertal. Das deutsche Robert-Koch-Institut hat seine Risikobewertung für Vorarlberg und Tirol abgeändert und die beiden Enklaven Kleinwalsertal und Jungholz von der roten Liste genommen. „Damit ist eine Lösung für die aktuelle Situation des Tals gefunden“, zeigt sich der zuständige Landesrat Christian Gantner (40) gegenüber den VN erfreut.
Wir haben eine Sonderlösung erreicht. Die Bemühungen haben jetzt Früchte gezeigt.
Markus Wallner, Landeshauptmann
Man habe sich auf allen Ebenen für eine rasche Lösung eingesetzt. „Die Situation in den letzten Tagen war sehr schwierig für die Menschen vor Ort“, spricht Staatssekretär Magnus Brunner (48) von Ärger und Verunsicherung in der Bevölkerung. So erlebte das Kleinwalsertal mit der Reisewarnung eine Art zweiten Lockdown.
Große Erleichterung
Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts heißt es seit gestern Abend, die Gemeinden Mittelberg und Jungholz gelten nicht mehr als Risikogebiete. „Eine große Erleichterung für die knapp 5400 Menschen in den beiden Enklaven“, so Brunner weiter. Neben den wirtschaftlichen Einbußen und Rückschlägen für den Tourismus seien auch soziale Kontakte stark beeinträchtigt gewesen. Mit der Ausnahmeregelung kann auch der befürchtete wirtschaftliche Totalschaden abgewendet werden. Die Tourismusbetriebe standen zuletzt mit dem Rücken zur Wand. Einige haben die Saison bereits vorzeitig beendet. Jetzt keimt wieder Hoffnung auf.
Lösung kam überraschend
Der politische Durchbruch für das Tal kommt einigermaßen überraschend. Die Signale, die es zuletzt aus Bayern gab, waren ernüchternd. Landeshauptmann Markus Wallner sprach noch am Mittwoch von einer „ignoranten Haltung dem Kleinwalsertal gegenüber“. Die Bemühungen auf diplomatischer Ebene haben nun aber doch gefruchtet. „Damit ist jetzt eine Ein- und Ausreise wieder uneingeschränkt möglich. Auch die Gäste können wieder ins Tal“, so der zuständige Landesrat Christian Gantner. Neben der Lösung für die Akut-Situation brauche es jetzt aber auch längerfristig Sicherheit. VN-MIG
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Vertreter von Bund, der Länder Vorarlberg und Tirol, der Gemeinden Mittelberg und Oberstdorf sowie der Region Allgäu haben gestern in Hirschegg die „Plattform Kleinwalsertal“ gegründet. „Beim ersten Besuch im Mai dieses Jahres habe ich das Anliegen des Kleinwalsertals aufgegriffen und bin seither in intensivem Austausch mit den Partnern in der Region“, so Staatssekretär Magnus Brunner. Mit diesem „Konsultationsmechanismus“ in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit solle eine optimale Zusammenarbeit und ein ungehinderter Grenzverkehr zwischen diesen Regionen gewährleistet sein. Die besondere Situation der Bevölkerung und Wirtschaftstreibenden mache eine enge Kooperation mit den deutschen Partner unabdingbar, so Brunner weiter.