Martin Winder: “Wir profitieren von der Pandemie”

Dass Regionalität in Zeiten der Krise boomt, merkt auch der Dornbirner Landwirt Martin Winder.
Dornbirn Nicht zu nass und nicht zu trocken. Die Wetterbedingungen für den Kürbisanbau waren in diesem Jahr geradezu ideal. Dementsprechend reichlich fiel die Ernte bei Beeren Winder in Dornbirn aus. Schon von Weitem leuchten sie einem auf dem liebevoll dekorierten Vorplatz des Hofladens in allen möglichen Formen und Farben entgegen. “Ja, heuer ist ein gutes Jahr”, betont Martin Winder (52) und bezieht sich dabei nicht nur auf die hervorragende Ernte. Dass Regionalität in Zeiten der Pandemie boomt, merkt der Dornbirner Landwirt an den Verkaufszahlen: “Im Frühjahr gab es Tage, an denen die Kunden bei uns Schlange gestanden sind.” Auch im Herbst kann sich Martin Winder nicht über mangelnde Kundschaft beklagen. “Man merkt, dass in Zeiten der Pandemie vermehrt auf regionale Produkte gesetzt wird und da profitieren wir natürlich davon.”
40 verschiedene Sorten
Im Mai fiel mit der Aussaat auf den Feldern der Startschuss für die Kürbissaison. Am 1. September begann die Ernte Tausender Kürbisse auf den zwei Hektar großen Feldern. Jeder einzelne Kürbis – der botanisch gesehen übrigens zu den Beeren zählt – wird dabei von den Mitarbeitern per Hand geerntet und sorgfältig gewaschen. “Dahinter steckt sehr viel Arbeit, aber wir tun das mit großer Leidenschaft und freuen uns jedes Jahr erneut darauf”, schwärmt der Kürbis-Liebhaber. Rund 40 verschiedene Sorten Zier- und Speisekürbisse hat Beeren Winder im Sortiment. Während der größte Kürbis – der “Atlantic Giant” – über 150 Kilogramm auf die Waage bringt, wiegt der Zierkürbis “Spinning Gourd” gerade einmal ein paar Gramm. Etwa die Hälfte aller Kürbisse, die Beeren Winder anbaut, sind Hokkaido-Kürbisse. “Diese sind die absoluten Verkaufsschlager. Sie sind gesund, schmackhaft und können samt Schale verzehrt werden, was eine Zubereitung ganz einfach macht. Wer den Hokkaido kühl (Anm.: 12 Grad) und trocken lagert, kann ihn auch im nächsten Frühjahr noch genießen”, schwärmt Winder, bei dem selbst gerne mal zum Abendessen Kürbisspalten auf den Teller kommen.
Halloween-Geschäft
Während sich der Hokkaido hierzulande großer Beliebtheit erfreut, gehe der Trend bei Deko-Kürbissen leicht zurück. “Kurz vor Halloween wird sich das aber wieder ändern”, weiß Winder, denn im vergangenen Jahr konnte laut seinen Angaben die gesamte Ernte verkauft werden.Sollte doch mal der eine oder andere Kürbis übrig bleiben, hat der Landwirt auch für diesen eine sinnvolle Verwendung. “Dann werden wir eben Schweinefutter daraus machen.”
Kürbisspalten im Backofen (Rezept von Martin Winder)
-Ein Hokkaido-Kürbis (ungeschält)
-Olivenöl
-Kräuter aus dem Garten (beliebig, z.B. Rosmarin, Petersilie etc.)
-große Prise Salz
-Knoblauch nach Belieben
Den Hokkaido-Kürbis gründlich waschen und in Spalten schneiden. Die gehackten Gartenkräuter mit etwas Olivenöl und einer großen Prise Salz und nach Geschmack auch etwas Chili in einer Schüssel vermengen. Die Olivenölmischung mit einem Pinsel auf den Kürbis streichen und auf dem Backblech eine halbe Stunde bei 200 Grad im Ofen garen.