Radbrücke von Lustenau nach Au geht voran

Vorarlberg / 25.09.2020 • 11:00 Uhr
Radbrücke von Lustenau nach Au geht voran
Eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Rhein soll ab 2024 gebaut werden. GEMEINDE

Lustenau und Schweizer Nachbarn starten Ingenieurwettbewerb.

Lustenau Die Marktgemeinde Lustenau und ihre Schweizer Nachbargemeinde Au planen zusammen eine neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Rhein. Nun wurde der gemeinsame Ingenieurwettbewerb für die Planung der Brücke ausgeschrieben. Ende Jänner 2021 wird das Siegerprojekt gekürt.
Im Juni 2021 soll das Siegerprojekt dann beim grenzüberschreitenden Agglomerationsprogramm eingereicht werden, in dem die rheinüberschreitende Zusammenarbeit gestärkt und die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung im Rheintal aufeinander abgestimmt wird. „Damit wollen wir uns die Mitfinanzierung des Zehn-Millionen-Franken-Projekts durch den Schweizer Bund und das Land Vorarlberg sichern. Läuft es nach Plan, kann im Herbst 2024 mit dem Bau begonnen werden“, bekräftigen Bürgermeister Kurt Fischer und sein Auer Amtskollege, Gemeindepräsident Christian Sepin.

Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (rechts) und der Gemeindepräsident von Au, Christian Sepin, stehen hinter dem Projekt.
Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (rechts) und der Gemeindepräsident von Au, Christian Sepin, stehen hinter dem Projekt.

Die Brücke soll funktionell und ästhetisch sein, sich in die Landschaft eingliedern und zu vertretbaren Kosten gebaut werden. Die Steigung und das Material spielen bei Fußgänger- und Radbrücken eine besondere Rolle.

Die zehn Sach- und Fachpreisrichter klären die technische Machbarkeit ab, beurteilen das Erscheinungsbild, schätzen die Kosten und prüfen die Wirtschaftlichkeit der eingereichten Projekte. Es gilt die flussbaulichen und geologischen Verhältnisse zu berücksichtigen, ein Hochwasser zu bedenken, die Radwege im Rheinvorland oder die Querung der stark befahrenen L 203 und eine Anbindung an das Lustenauer Zentrum einzuplanen. Auch die künftigen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten durch Rhesi sollen in die Planungen einfließen.
Eine Machbarkeitsstudie, die Lustenau und Au im vergangenen Jahr präsentiert haben, spricht sich für eine Verbindung etwa 650 Meter südlich der bestehenden Rheinbrücke aus. 300 Meter weit soll die Radbrücke den Rhein überspannen, vom früheren Zollamt bis zur Überführung der Schweizer Autobahn A 13 in den Auer Ortsteil Oberfahr. An derselben Stelle verband schon einmal eine Brücke Österreich und die Schweiz: Die Oberfahrbrücke war von 1878 bis zum Bau der neuen Rheinbrücke 1957 eine wichtige Verbindung von Lustenau in die Schweiz.

Durch die neue Radbrücke soll einerseits die Fahrt über die Grenze für Radler sicherer werden, andererseits sollen mehr Pendler zum Radeln animiert werden. Bereits jetzt fahren täglich 1600 Radfahrerinnen und Radfahrer über die Grenzübergänge Au und Widnau.