Vom Badespaß hinein in den Bergwinter

Vorarlberg / 24.09.2020 • 07:00 Uhr
Vom Badespaß hinein in den Bergwinter
Obst und nahezu alles Gemüse sind bereits geerntet. Der dramatische Wettersturz kann der Landwirtschaft nichts mehr anhaben. VN/STEURER

Schnee bis knapp über 1000 Meter. Markanter Wetterumschwung in Vorarlberg steht bevor.

Bregenz Die vergangenen Tage ließen trotz des Regens von Mittwochnachmittag noch einmal Sommergefühle aufkeimen: Temperaturen weit über 20 Grad, milde Abende, Badefreuden in glasklarem Seewasser. Damit ist es ab heute Nachmittag wohl endgültig vorbei. Eine Kaltfront mit viel Regen macht den letzten Resten des Sommers 2020 den Garaus.

“Das Wetter wird sich komplett umstellen”, kündigt Günter Scheibenreif vom Wetterdienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Bregenz an. “Wobei der Donnerstagvormittag noch von Frühnebel und leichtem Südföhn geprägt sein wird, ehe am Nachmittag die Kaltfront massiv hereinbricht”, fügt Scheibenreif an. Mit der Höchsttemperatur von 22 Grad wird es dann bis auf weiteres vorbei sein.

Temperatursturz

Der einsetzende Regen findet am Freitag mit heftigen Niederschlägen seine Fortsetzung. Die Schneefallgrenze wird auf 1300 Meter Seehöhe fallen, die Temperaturen im Tal gehen auf 14 Grad zurück.

Auch der Samstag gestaltet sich nach Auskunft des Wetterexperten zum größten Teil unfreundlich und es wird noch kälter. “Die Temperaturen erreichen höchstens noch zwölf Grad, die Schneefallgrenze sinkt weiter, und zwar auf 1100 Meter”, liefert Scheibenreif frostige Prognosen. Immerhin soll es wieder regenfreie Phasen geben. Wechselhaft, aber sehr kühl, geht es am Sonntag weiter. Die Schneefallgrenze steigt wieder auf 1300 Meter.

“Die Schneefallgrenze sinkt am Freitag auf 1300 Meter, am Samstag auf 1100 Meter.”

Günter Scheibenreif, Wetterdienst Bregenz

Gutes Heu

Der Landwirtschaft kann der Wettersturz nichts mehr anhaben. Die Bauern dürfen sich über ein gutes Heu- und Erntejahr freuen. “Wir hatten im Frühling und Sommer längere Schönwetterphasen, aber auch immer wieder Regen. Das war alles gut für den Graswuchs”, berichtet Christian Meusburger, bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg für den Pflanzenbau zuständig. Vier bis fünf Mal konnte im Tal heuer gemäht und nahrhaftes Heu eingebracht werden. “Dabei hatten wir im April schon schlimme Befürchtungen, es könnte eine Rekordtrockenheit geben”, will Meusburger nicht unerwähnt lassen. Wohlgenährt mit bestem Gras kehrten auch die meisten Alpkühe wieder in die Täler zurück.

Reiche Ernte

Entsprechend zufriedenstellend fiel auch die diesjährige Ernte aus, die noch immer nicht ganz zu Ende ist. “Es gab da und dort durch den Regen Fäulnisprobleme, aber insgesamt verlief die Saison gut. Wir blieben heuer glücklicherweise von Wetterextremen verschont. Das war einem guten Ernteertrag sehr dienlich”, berichtet Harald Rammel, bei der Landwirtschaftskammer für Gemüsebau zuständig.

Ganz vorbei ist die Ernte noch nicht. Lagergemüse, Wirsing, Brokkoli und diverse Salate warten noch darauf, aus der Erde gezogen zu werden.