Die singenden Wohltäter für “Ma hilft”

5200 Euro haben Bludenzer Chöre für den guten Zweck schon ersungen. Sie wollen noch mehr tun.
Bludenz Es wird einem warm ums Herz, wenn man sich die Initiative der Stadt Bludenz und ihrer Stadtchöre sowie jener der Umgebung vor Augen führt. Sieben Sangesgruppen mit insgesamt 152 Sänger haben sich da zusammengefunden, um als Einzelchöre, als auch als einzelner riesiger Klangkörper das Publikum zu begeistern
So geschehen bereits am 1. Dezember des Vorjahres, als die imposante Sängerschar über 500 Besucher in die Hl. Kreuz Kirche Bludenz brachte und ein wunderbares Adventkonzert zum Besten gab. “Wir haben das im Jahre 2017 zum ersten Mal gemacht, weil wir Chören in Bludenz und Umgebung eine besondere Plattform bieten wollten”, gibt Kulturstadtrat Christoph Thoma Einblick in die Geschichte des gemeinsamen Chorsingens in Bludenz. Immer schon sei dabei der karitative Gedanke im Mittelpunkt gestanden.
Singen wäre schön
Das Singen ist schön. Das Singen wäre schön. Das müssen die Leiter und Mitglieder der Chöre in Zeiten wie diesen schmerzhaft zur Kenntnis nehmen. “Wir haben Mitte März dieses Jahres unseren Präsenzprobenbetrieb gänzlich eingestellt. Im Sommer erst trafen wir drei mal zusammen. Das war’s dann auch schon”, berichtet Walter Bitschnau, Obmann des Chores Gioia. Ähnliches erzählt auch Peter Bilgeri, der dem Männrtcherchor Liederkranz Bludenz vorsteht. “Singen gehört derzeit zu den als ansteckungsgefährlich geltenden Aktivitäten. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Du kannst mit digitalen Mitteln ein echtes Chorsingen nur unzulänglich vermitteln.” Was die beiden Obmänner, die stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen der anderen “Chörig”-Chöre über die schwierige Zeit sprechen, besonders traurig stimmt: “Wir erleben als Gemeinschaft eine große Bewährungsprobe. Das Chorleben ist ja bekanntlich viel mehr als ‘nur’ Singen. Es ist gelebte Gemeinschaft. Und gerade darauf müssen viele Chorsänger überall jetzt verzichten”, beschreibt Bitschnau anschaulich das Dilemma.
“Ein Chor ist gelebte Gemeinschaft. Und darauf müssen viele Sänger jetzt verzichten.”
Walter Bitschnau, Obmann Gioia-Chor
Gerade die Bludenzer Chöre und ihre Sangesbrüder- und Schwestern aus der näheren Umgebung haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was diese Gemeinschaft wert ist. “Als die Idee des gemeinsamen Chorsingens entstand, brauchte es nicht lange, bis sich alle einig waren und sich für dieses neuartige Projekt begeisterten”, erinnert sich Bilgeri. “Es war alles andere als kompliziert”, pflichtet Bitschnau bei.
Die Chöre wollen trotz der harten Zeiten nicht aufhören, an kommende Projekte zu glauben und diese auch anzugehen. “Wir wissen, dass wir das heurige Jahr wohl vergessen müssen. Aber wir gehen davon aus, dass wir dieses große Gemeinschaftsprojekt spätestens Ende 2021 wiederholen werden können. Und dann tun wir das wieder für ‘Ma hilft'”, machen sich Bitschnau und Bilgeri gemeinsam Mut. Bis es wieder an den eigentlichen Vereinszweck gehen kann, möchten sie alles tun, die Gemeinschaft der Gruppe zu erhalten, um dann mit doppelter Begeisterung wieder die Stimmbänder zu strapazieren.
Neue Projekt geplant
Es sind Worte, die “Ma hilft”-Patronin Marlies Müller mit großer Freude aufnimmt.”Ich bin tief beeindruckt von den Aktivitäten der Chöre. Ihr gemeinsamer Auftritt war außergewöhnlich. Dass sie all diese Leistungen mit diesem Aufwand auch für ‘Ma hilft’ erbringen, finde ich großartig.”
Für die Kulturverantwortlichen der Stadt Bludenz haben die Chöre mit ihren Gemeinschaftsprojekten eine neue Qualität ins Kulturleben gebracht. “Die Leute freuen sich über das, was sie machen”, zieht Kulturstadtrat Thoma den Hut vor Bitschnau, Bilgeri und all den anderen.