Klaraschwestern zurück im Kloster Gauenstein

Schwesternorden setzt franziskanisches Wirken in Schruns fort.
Schruns Dass die Schwestern der heiligen Klara im kommenden Jahr das Kapuzinerkloster Gauenstein übernehmen werden, das wurde beim Gottesdienst am Samstag in der Kapuzinerkirche Gauenstein bekannt gegeben. Geplant ist, dass der Wechsel bis zum Sommer erfolgt.
„Ein großes Geschenk für uns“
Die Klaraschwestern sind in Schruns nicht unbekannt: Bereits von 1983 bis 1995 wirkten sie dort gemeinsam mit den Kapuzinern. Nun werden die Klaraschwestern die gemeinsame Geschichte des Klosters im franziskanischen Geist weiterschreiben, worüber sich sowohl Bischof Benno Elbs als auch die Vertreter der beiden Orden ganz besonders freuen. „Das Kloster Gauenstein verknüpft die Geschichte der beiden Orden in Vorarlberg. Wenn sich die gemeinsam gegangenen Wege nun auch zu trennen scheinen, so bleibt doch diese spirituelle Verbindung erhalten, die das Haus so einzigartig gemacht hat. Schaue ich zurück, bin ich dankbar für alle Menschen, die mit dem Kloster verbunden sind und es mit Leben gefüllt haben. Schaue ich nach vorne, freue ich mich, dass all das eine neue Zukunft hat“, spannt Bischof Benno Elbs den Bogen hin zum Fortschreiben der Klostergeschichte von Gauenstein.
„Die Freude bei uns Schwestern der hl. Klara war übergroß, als bei der Suche nach einer weiteren Niederlassung sich mehr und mehr zeigte, es wird Gauenstein. Das Kloster Gauenstein ist die Wiege unserer Gemeinschaft. Im Sommer 1983 hat Sr. Margareta Sterzinger mit zwei Schwestern im Sommerhaus des Kapuzinerklosters Gauenstein unsere kontemplative Lebensweise im Geist der hl. Klara begonnen und gemeinsam mit der dort lebenden Brüdergemeinschaft über Jahre den Ort geprägt und belebt“, sagt Sr. Rita-Maria Schmid, Äbtissin der Klaraschwestern in Bregenz. Wenn die Schwestern im kommenden Jahr wieder nach Gauenstein zurückkehren, sind es exakt 25 Jahre, die seit dem Weggang im Frühjahr 1996 vergangen sind. „Sich einreihen zu können in eine lang gelebte und durchbetete franziskanische Tradition, ist für uns einfach ein Geschenk“, betont Sr. Rita-Maria Schmid.
Jahrelang alleine
Das Kloster auf dem Gaues wurde im Jahr 1843 durch das Ehepaar Fidel und Anna-Maria Tschol aus Schruns für die Pfarre gestiftet. 1844 kamen die ersten Kapuziner auf den Gaues. Bruder Engelbert Bacher (67) lebt und wirkt seit 34 Jahren in Gauenstein. War er auch immer der Kapuziner-Brüdergemeinschaft in Feldkirch zugeordnet, so bewirtschaftete er das Kloster jahrelang allein. Nun wird er aus Altersgründen und auf eigenen Wunsch das Kloster Gauenstein verlassen. „Bruder Engelbert hat mich diesen Sommer gebeten, 2021 ganz nach Feldkirch übersiedeln zu dürfen“, informiert Bruder Erich Geir, Provinzial der Kapuziner Österreichs und Südtirols. „Mit den Klaraschwestern wird das Kloster weiterhin in franziskanischem Geist geführt. Das macht mich froh. Ich bedanke mich bei Bruder Engelbert schon jetzt für seine wichtige Arbeit in Schruns-Gauenstein. Er spricht mit seinen Angeboten seit Jahren viele Menschen an, die Stille suchen oder der Kirche fernstehen. Das Kapuzinerkloster Feldkirch gewinnt nun einen kreativen und weitblickenden Mitbruder“, unterstreicht er die Freude über die Kontinuität am Ort, aber auch den Dank an Bruder Engelbert.
Für Bruder Engelbert ist es ebenfalls der Dank, der an erster Stelle steht – der Dank für die vielen Jahre in Schruns, die ihn mit dem Ort und den Menschen verbunden haben. „Ich bin dankbar für die erfahrene Hilfe und die großzügige Unterstützung durch die vielen Freunde, Helfer und Wohltäter des Klosters.“
Umzug in der ersten Jahreshälfte
Der Abschied vom Kloster Gauenstein wird kein übereilter sein. Der Umzug nach Feldkirch ist für die erste Hälfte des kommenden Jahres geplant. Erst daran anschließend werden die Schwestern der hl. Klara das Kloster übernehmen und als solches weiterführen.