Kindergarten Lustenau Augarten wieder im Vollbetrieb

Alle diensthabenden Pädagoginnen sind infektionsfrei. Behörde gab grünes Licht für Normalbetrieb.
Lustenau Sandra Zivdjeric-Ritter (39) macht einen zufriedenen Eindruck, als sie den Kindergarten Augarten verlässt. Ihre Gedanken sind immer noch bei Söhnchen Iljia, dessen erster Kindergartentag gerade angebrochen ist. “Es war ein wichtiger Moment, als ich ihn alleine zurückgelassen habe. Ich war froh, dass er geblieben ist. Das ganze Wochenende hindurch bin ich mit ihm die Namen der Pädagoginnen durchgegangen.”
Erst der zweite Gedanke der Mutter gehört Corona. “Ich bin schon erschrocken, als wir von der Infektion der Kindergärtnerin hörten und wir dadurch unsere Pläne ändern mussten”, räumt Zivdjeric-Ritter ein. Sie habe dann aber eine Betreuung für Iljia zu Hause organisieren können. “Ich selber konnte zur Arbeit.” Die Mutter findet lobende Worte für die Pädagoginnen des Kindergartens Augarten Lustenau. “Sie haben die schwierige Situation gut gemeistert. Wir erhielten zeitnah alle wichtigen Informationen. Am Freitag vor der einwöchigen Schließung wurden wir persönlich angerufen. Das hat mich beeindruckt.”
Eine Woche Notbetrieb
Der Kindergarten Augarten Lustenau wurde vergangene Woche zugesperrt, nachdem bekannt geworden war, dass sich eine Pädagogin noch in den Ferien mit Corona infiziert hatte, sie aber zuvor auch noch ein Treffen mit ihren Kolleginnen hatte. Nach zwei negativen Tests bei all den anderen Kindergartenpädagoginnen durfte die Bildungseinrichtung am gestrigen Montag wieder für den Normalbetrieb öffnen. In der Lockdown-Woche hatte es nur eine Notbetreuung gegeben.
Sehr froh über die angebotene Betreuung für ihre Tochter Rya war Christine Aydogan (37). Auch sie lobt das Krisenmanagement des Kindergartens und der Gemeinde. “Jetzt, wo der Kindergarten Gott sei Dank wieder offen ist, habe ich vollstes Vertrauen in die Verantwortlichen.”
Auch Kritik
Dieser Ansicht ist Jasmin (34), die Mutter von Amelie, nicht. “Ich fand alles sehr verwirrend und bin mit der Kommunikation nicht zufrieden”, sagt sie klar und deutlich.
Unzufrieden mit der Krisenbewältigung der Behörden zeigt sich Kindergartenpädagogin Katrin Pfeiffer. “Wir Mitarbeiterinnen erhielten Bescheide von den Behörden im Laufe von drei Tagen. Das heißt, nicht alle Kolleginnen gleichzeitig. Und dann stand in diesen Bescheiden Unterschiedliches drinnen, obwohl wir uns alle in derselben Situation befanden. Da wurden zum Beispiel Quarantänebestimmungen unterschiedlich festgelegt. Ich habe das nicht verstanden”, begründet Pfeiffer ihre Kritik mit den gemachten Erfahrungen.
“Ich war nicht einverstanden damit, wie die Behörden mit der Situation umgegangen sind.”
Katrin Pfeiffer, Kindergartenpädagogin
Froh sind am Kindergarten Lustenau Augarten nun dennoch alle, dass das Coronagespenst zumindest vorübergehend verscheucht werden konnte.