So viel kostete der Kampf gegen Corona das Land bisher

Vorarlberg / 20.09.2020 • 18:00 Uhr
Das Rote Kreuz hat in Röthis personell aufgestockt. Dort arbeiten 40 Mitarbeiter. <span class="copyright">VN/Rauch</span>
Das Rote Kreuz hat in Röthis personell aufgestockt. Dort arbeiten 40 Mitarbeiter. VN/Rauch

Bundesländer müssen für die Corona-Bekämpfung tief in die Tasche greifen.

bregenz Die schon seit mehr als einem halben Jahr grassierende Coronakrise geht ordentlich ins Geld. Das betrifft nicht nur die milliardenschweren Zuwendungen von Bund und Land an die pandemiegebeutelte Wirtschaft. Auch die Maßnahmen, mit denen das Coronavirus an seiner Weiterverbreitung gehindert werden soll, reißen enorme Löcher in die Landeskasse. Per 31. August 2020 sind dafür bereits stattliche 19,6 Millionen Euro aufgelaufen.

Den mit Abstand größten Ausgabenposten stellt die Beschaffung von Schutzausrüstung dar. So wurden etwa für Mund-Nasen-Masken, Schutzanzüge und Desinfektionsmittel bislang neun Millionen Euro ausgegeben. Der Großteil dieser Anschaffungen entfällt auf die Krankenhäuser. Die knapp 20 Millionen Euro beinhalten alle Zusatzausgaben, die dem Land, in allen Spitälern inklusive Dornbirn sowie im Sozialfonds anfielen. Das Land hofft, von diesen Kosten wenigstens rund 14 Millionen Euro vom Bund refundiert zu bekommen, da diese Ausgaben aufgrund des Epidemiegesetzes entstanden.

Vorläufig geschlossen

Nicht wenig gekostet haben auch Errichtung und Betrieb der Infektionsordinationen, von denen es zwei gab. Eine wurde auf dem Messegelände in Dornbirn auf die Schnelle aus dem Boden gestampft, die andere in der Tourismusschule in Bludenz. Mit dem Nachlassen der Infektionen erfolgte die Zusammenlegung auf einen Standort in Röthis, am 30. Juni die vorläufige Schließung. Insgesamt behandelten die Ärzte 1633 Erwachsene und 608 Kinder. Infektionsordinationen und Notspital, das ebenfalls auf dem Gelände der Dornbirner Messe eingerichtet worden war, verschlangen 2,1 Millionen Euro. Die Gesundheitshotline 1450 als Drehscheibe erforderte ebenfalls Investitionen, vor allem im Personal- und Infrastrukturbereich. Eine Million Euro pumpte das Land in die Aufrüstung der Hotline.

Hohe Testkosten

Mit fast zwei Millionen Euro schlugen medizinische Geräte zu Buche, die für Spitäler angeschafft werden mussten. Auf dem Einkaufszettel standen etwa Beatmungsgeräte für intensivpflichtige Coronapatienten. Testen kostet auch. Im Labor der Pathologie im Landeskrankenhaus Feldkirch fielen dafür bislang mehr als 600.000 Euro an. Noch höher liegen die Aufwendungen für die Abwicklung bzw. Abnahme von Testungen. Diese Aufgabe obliegt bekanntermaßen dem Roten Kreuz. Die Errichtung sowie der Betrieb der Probenabnahmestation in Röthis, die inzwischen auf zwei Teststraßen ausgebaut wurde, verursachte bislang Kosten von 1,1 Millionen Euro, und sie werden vermutlich weiter steigen, denn ein Nachlassen der Infektionszahlen ist vorerst nicht in Sicht.

Seit Beginn der Pandemie sind die Testkapazitäten enorm gestiegen. Sprach Gesundheitsminister Rudolf Anschober im März noch von 15.000 geplanten Tests, sind es jetzt allein in Vorarlberg bald 80.000 Testungen. Das Rote Kreuz führt laut Geschäftführer Roland Gozzi täglich bis zu 1500 durch, etwa 800 davon in Röthis, die übrigen in Tourismusregionen. “In den Anfängen waren es 200 bis 300 täglich”, zieht Gozzi einen Vergleich, der schon lange hinkt. Einen Gutteil der rund 300.000 Euro, die anfallen, decken inzwischen Privatzahler und Firmen ab.