Quartierbetreiber beziehen zu Bahnhof klare Position

Vorarlberg / 18.09.2020 • 18:30 Uhr
Quartierbetreiber beziehen zu Bahnhof klare Position
Wie geht es mit dem Bregenzer Bahnhof weiter? Die privaten Betreiber der angrenzenden Quartiere machen sich für die bestehenden Pläne stark. VN/HARTINGER

Dem Bregenzer Wahlkampf zum Trotz: Seequartier drückt mit neuem Architekturwettbewerb aufs Tempo, Seestadt erteilt Unterflur-Überlegungen eine Absage.

Bregenz Die Pläne sind durchgewunken, die Finanzierung ist gesichert. Und dennoch steht ein Fragezeichen über einem raschen Baustart für den Bregenzer Bahnhof. Wenn er Bürgermeister werde, dann sei seine Vision einer Unterflurlösung in zehn Jahren Realität, kündigte SP-Bürgermeisterkandidat Michael Ritsch im Februar an. Ritsch hat es nun in die Stichwahl geschafft. Mit dem Urnengang am 27. September stimmen die Bregenzer damit auch darüber ab, wie es mit Bahnhof und Quartiersentwicklung weitergeht. Rasche Umsetzung oder zurück an den Start?

Schützenhilfe für den amtierenden Bregenzer Bürgermeister: die beiden Quartiersbetreiber von Seestadt und Seequartier halten an den im Vorjahr präsentierten Plänen für den Bahnhof fest.
Schützenhilfe für den amtierenden Bregenzer Bürgermeister: die beiden Quartiersbetreiber von Seestadt und Seequartier halten an den im Vorjahr präsentierten Plänen für den Bahnhof fest.

Die privaten Quartierbetreiber haben Position bezogen. Mitten in der heißen Phase des Wahlkampfs um das Bürgermeisteramt erhielt Amtsinhaber Markus Linhart gestern Schützenhilfe. „Wir werden die Bebauung des Seequartiers weiterhin mit Hochdruck und in engster Abstimmung mit den Planern der Stadt, den ÖBB und des Landes Vorarlberg weiter umsetzen, um das gesamte Areal ehestmöglich fertigzustellen“, ließ Hubert Rhomberg in einer Aussendung wissen. Sein Unternehmen Rhomberg Bau realisiert gemeinsam mit der I+R Gruppe das Seequartier in unmittelbarer Nähe zum neuen Bahnhof, dessen Pläne im Vorjahr präsentiert wurden. Rhomberg spricht dabei von einer Bestvariante, die mehrfach geprüft und überarbeitet worden sei und jetzt in die Umsetzungsphase komme. Sie erfordere aber auch Adaptierungen bei den eigenen Bauvorhaben. Für den sogenannten Campus, das Baufeld drei, werde deshalb ein neuer Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das geplante Hotel beim Bahnhof und die Eberle Türme bleiben davon unberührt. Rhomberg beschreibt den Campus als „neue Pulsader für Bregenz“. Es soll ein urbanes modernes Areal entstehen.

Absage für Unterflurvariante

Ein Areal, das sich bestens mit jenem der Seestadt ergänzt. Der dortige Betreiber, die Prisma-Holding gemeinsam mit Spar, hat sich längst klar positioniert. „Es wäre gut, wenn der Bahnhof wie geplant gebaut würde. Das wäre eine ideale Basis für Seequartier und Seestadt“, sagt Prisma-Chef Bernhard Ölz, der den bestehenden Beschluss gut findet und ihn gemeinschaftlich umsetzen will.
Der Seestadtbetreiber macht keinen Hehl daraus, was er von einer Unterflurlösung, wie sie im Wahlkampf ins Spiel gebracht wurde, hält. Er könne sie sich schlichtweg nicht vorstellen. „Wir sind diesbezüglich auch mit niemandem in Abstimmung“, stellt Ölz im Gespräch mit den VN klar. Diese Variante habe man längst ausgeschlossen. „Aus guten Gründen“, wie er sagt.

Die Unterflurvariante, die von Bürgermeisterkandidat Michael Ritsch im Wahlkampf ins Spiel gebracht wurde, ist für Prisma-Chef Bernhard Ölz kein Thema. Es gebe dazu auch keine Abstimmungen, stellt er klar. <span class="copyright">Visualisierung: Vision Urbanes Leben Bregenz VULB</span>
Die Unterflurvariante, die von Bürgermeisterkandidat Michael Ritsch im Wahlkampf ins Spiel gebracht wurde, ist für Prisma-Chef Bernhard Ölz kein Thema. Es gebe dazu auch keine Abstimmungen, stellt er klar. Visualisierung: Vision Urbanes Leben Bregenz VULB