Hier muss der innere Schweinehund überwunden werden

Elisabeth Kuster eröffnet sportlichen Hindernisparcours “Drillfit” in Galgenul.
St. Gallenkirch Himmelsleiter, Monkey Bar, Battle Rope und vieles mehr – was für die einen wie Fremdwörter klingen, steht für die anderen auf dem täglichen Trainingsprogramm. Eine davon ist Elisabeth Kuster aus dem St. Gallenkircher Ortsteil Galgenul. Vor rund einem Jahr packte die 26-Jährige das Lauffieber: Alles begann mit der spontanen Idee, bei der Frauen Berg Gaudi in Gargellen mitzujagen. Angespornt von den dort ausgeschütteten Endorphinen, startete sie bereits zwei Wochen darauf bei einem Halbmarathon. Es folgten zig Trailruns, Hindernis- und Bergläufe.
Tägliches Training
„Laufen macht mir einfach Freude! Ich merke Fortschritte, will immer mehr und neue Herausforderungen. Natürlich ist die Motivation noch einmal größer, wenn ich bei den Rennen vorne mit dabei bin. Aber allgemein geht es mir mit Sport einfach besser. Es macht Spaß, wenn ich über meinen Schatten springe und draußen bin, mich bewege und nicht nur rumliege“, schwärmt die gelernte Installateurin. Mittlerweile steht Sport schon vor dem Frühstück auf dem Programm. Um 4 Uhr wird um die Häuser gejoggt oder auf dem Indoor-Speedbike gestrampelt, nach der Arbeit dann nach dem eigens zusammengestelltem Plan Kraft, Ausdauer, Dehnung oder Koordination trainiert.
Wer denkt, dass neben Full-Time-Job und drei Stunden Sport am Tag keine übrige Zeit mehr bleibt, der irrt sich. Elisabeth Kuster tüftelt seit vergangenem März an einem eigenen Fitnessparcours. Mit „Drillfit“ entwickelte die umtriebige Montafonerin eine Möglichkeit, um künftig öffentlich trainieren zu können. „Ursprünglich wollte ich nur für mich ein paar Trainingsgeräte errichten, aber dann wurde die Idee immer größer. In meinem Umfeld stiegen der Bedarf und die Nachfrage nach und nach, da es in der Umgebung kaum etwas draußen zum Trainieren gibt“, sagt Kuster und ergänzt: „Unser Standort ist ideal. Neben dem Training im Parcours kann man von hier aus direkt auf Trailruns, Wanderungen oder Skitouren starten.“
Vielfältiges Konzept
So kommt es, dass es nicht nur bei der Idee „Hindernisparcours“ blieb, sondern die Sportbegeisterte ein umfassendes Konzept mit mehrtägigem Trainingscamp inklusive Übernachtung, Coaching und vielem mehr ausgeklügelt hat. Neben der individuellen Nutzung bietet sie die Möglichkeit persönlicher Trainingsunterstützung. Daraus ist auch der Name „Drillfit.Austria“ entstanden: „In Trainings mit Bekannten habe ich die Erfahrung gemacht, dass es manchmal einfach den Anstoß von außen braucht, um dranzubleiben – eben ein bisschen Drill. Mir taugt es, wenn ich andere motivieren kann, ihren inneren Schweinehund zu überwinden“, erzählt die 26-Jährige.
Opening Party
Nachdem das Konzept stand, erfolgte im Frühjahr die bauliche Einreichung und im Juli konnte mit der Umsetzung des Hindernisparcours begonnen werden: Aushub, Fundament, das Anbringen von 9,5 Meter langen Holzbalken und der verschiedensten Fitnessgeräte; das meiste davon erledigte Kuster in Eigenregie und mit Unterstützung ihrer Familie. Aber auch das Marketing durfte nicht zu kurz kommen, schließlich hofft sie beim Eröffnungstermin morgen, Samstag, auf regen Besuch.
Neben Action zum Zuschauen und Ausprobieren wird bei der „Drillfit Opening Party“mit kleinen Wettkämpfen, Tombola, Livemusik oder einem Foodtruck aufgewartet. „Drillfit ist für jeden etwas. Man muss nicht sportlich sein. Es geht darum, seinen Körper kennenzulernen, die Körperspannung zu verbessern, Kraft aufzubauen und vieles mehr. Darum würde es mich auch freuen, wenn viele Interessierte und Zuschauer kommen, am besten gleich in sportlicher Kleidung und mitmachen“, sagt Kuster voller Vorfreude. RAL