Ja zu Gedenkstätte für Vorarlberger Mordopfer in Tirol

Nicht nur der am 25. November 2018 in Innsbruck ermordete Michael Perauer soll unvergessen bleiben.
Innsbruck Die Bluttat in den frühen Morgenstunden des 25. November 2018 setzte Schockwellen frei: Ein 24-jähriger Afghane erstach ohne ersichtlichen Grund den 21-jährigen Bregenzer Michael Perauer, als dieser mit Freunden in der Innsbrucker Bogenmeile unterwegs war. Im Prozess wurde die Unzurechnungsfähigkeit des geisteskranken Täters festgestellt und seine Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher verfügt.
Kraft durch den Glauben
Zurück blieben traumatisierte Eltern, die nur langsam wieder in ein halbwegs normales Leben zurückfanden. Ihre Trauerarbeit mündete in den Wunsch, dem geliebten Sohn eine für alle sichtbare Erinnerung zu schaffen. Die Idee der Errichtung einer Gedenkstätte im Außenareal der Dreiheiligenkirche unweit des Tatortes war geboren. Für die Perauers ist es der absolute Wunschstandort. “Wir sind selber sehr gläubig und haben nur durch diesen Glauben die Kraft bekommen, mit unserer Situation konstruktiv umzugehen und etwas Postives aus dem Tod unseres Sohnes zu machen”, beschreibt Mutter Teresia Perauer (51) ihre Motivation.
Aus der Idee sind nun konkrete Schritte geworden. Gemeinsam mit dem Vorarlberger Bildhauer Udo Rabensteiner (62) fuhren die Perauers nach Innsbruck, um mit Vertretern der Stadt Innsbruck sowie der Diözese Innsbruck Gespräche zu führen. Die Konzeptskizzen Rabensteiners fanden bei den Beteiligten großen Anklang. ” Der Künstler hat eine großartige Idee entwickelt, dieses Mahnmal gegen Gewalt zu entwickeln. Es soll damit ja nicht nur unserem Michi gedacht werden, sondern alle Opfer von Gewalt miteinbeziehen”, betont Teresia Perauer
“Udo Rabensteiner hat eine großartige Idee für diese Gedenkstätte entwickelt.”
Problem Finanzierung
“Uns gefallen die Ideen von Udo Rabensteiner gut”, bestätigt auch Jasmin Kompatscher vom Büro des Innsbrucker Bürgermeisters Georg Willi (61). Auch Florian Huber (66), ehemaliger Generalvikar der Diözese Innsbruck und hauptverantwortlich dafür, dass die Dreiheiligenkirche als Standort genehmigt wurde, ist von der Gestaltungsidee Rabensteiners angetan. “Die Gestaltung einer Gedenkstätte in diesem Zusammenhang und an diesem Ort ist eine große Herausforderung, die ich mit Freude annehme”, sagt Udo Rabensteiner.
Das Problem beim Projekt ist die Finanzierung. “Corona hat natürlich auch Innsbruck in eine schwierige Situation gebracht. Es wird jede Ausgabe jetzt ganz genau auf ihren Nutzen hin überprüft”, macht Kompatscher deutlich. Und. “Es wird natürlich darüber Gespräche geben.”
Solidarität in Innsbruck
Die Perauers möchten als Initatoren nichts unversucht lassen, auch andere Sponsoren für die Gedenkstätte zu finden. So gab es bereits Kontakte mit dem Bund, und auch das Land Vorarlberg soll gefragt werden. Die Gedenkstätte soll ja auch an den sinnlosen Tod eines anderen jungen Vorarlberger erinnern, der wenige Wochen vor Perauers Ermordung in Imst getötet wurde.
Der Umgang mit dem gewaltsamen Tod ihres Sohnes beschränkt sich bei den Perauers nicht nur auf ihren Einsatz für die Errichtung einer Gedenkstätte in Innsbruck. Teresia Perauer findet Trost im Schreiben und hat schon einige Texte im Zusammenhang mit dem schrecklichen Ereignis verfasst. Mit Freude erfüllt die Perauers auch der Umstand, dass die kleine Gedenkstätte nahe des Tatortes von Innsbruckern liebevoll gepflegt wird. “Da ist ein Töpferladen in unmittelbarer Nähe. Der Besitzer kümmert sich um diesen Ort der Erinnerung. Das ist für uns ein wunderbarer Akt von Solidarität”, ist Teresia Perauer gerührt.