Wie das BRG Schoren mit dem Corona-Damoklesschwert lebt

Direktor-Plädoyer für kontrollierte Herzlichkeit. “Halten alle die Regeln ein, passiert nichts.”
Dornbirn Die Frischlinge der 1r3 haben vieles im Kopf, aber nicht Covid-19. Sie erleben gerade ihre ersten Minuten als neue Klassengemeinschaft am Gymnasium Dornbirn-Schoren. Klassenvorständin Eva Kogler (47) ist noch unschlüssig darüber, wann sie die unvermeidlichen und eindringlichen Anweisungen zum Thema Corona erteilen soll. “Sie müssen sich doch erst einmal kennenlernen”, meint die Pädagogin.
Verständnis bei den Jüngsten
Die Kinder sind noch sehr schüchtern. Und viele der elementaren Verhaltensregeln zur Vermeidung von Ansteckungen sind ihnen von der Volksschule her bereits geläufig. Kaum haben sie sich von ihren Stühlen erhoben, um den Klassenraum zu verlassen, stülpt auch schon jeder der 27 Newcomer die NMS-Maske auf. Brav trotten sie so durch den Gang Richtung Bibliothek. “Wir verstehen doch, dass man außerhalb der Klasse Maske tragen muss. Damit sich ja niemand ansteckt”, bekräftigt Daniel. Er sei aufgeregt wegen dieses ersten Schultages an der neuen Schule, und gewiss nicht wegen der Corona-Schutzmaßnahmen, fügt der Junge an.
“Bevor Corona thematisiert wird, sollen sich Schüler kennenlernen.”
Eva Kogler, Lehrerin
Ärztin sieht richtigen Zugang
Seine Klassenkollegin Annika bemerkt nüchtern: “Wir kennen das ja alles schon von der Volksschule.” Stolz erzählt sie, dass sie die Tochter der Schulärztin ist. Diese, Dr. Sandra Pichler (47), ist an diesem ersten Schultag höchstpersönlich im Haus. Ihre Einschätzung des Corona-Managements an der Schule: “Ich denke, dass dieser Weg mit den vorgeschriebenen Maßnahmen und Regeln ein guter ist und vom Zugang her richtig. Er hat sich an dieser Schule bewährt. Wir hatten bisher keine nachgewiesenen Infektionsfälle.”
Einige Eltern, die ihre Erstklässler zur Schule brachten, sind mit der Informationspolitik seitens der Schule und den vorgeschriebenen Maßnahmen zufrieden. “Wir wurden über alles, was es zu berücksichtigen gibt, am Freitag vor Schulbeginn auf Basis des aktuellsten Standes informiert”, äußert sich Andreas Spiegel (51), der gemeinsam mit Gattin seine Tochter an ihrem ersten Schultag zur neuen Bildungsstätte begleitete.

Gefährliche Partys
Im Direktorenzimmer sinniert Schulleiter Reinhard Sepp (57) über die aktuelle Situation. “Es wird dies seit dem 13. März dieses Jahres der erste Schultag sein, an dem wir zumindest für eine Stunde mehr oder weniger alle 850 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig hier haben.” Eine gewisse Spannung liegt gerade zum Schulstart in der Luft. Es sind mehrer Schülerinnen und Schüler aus Ländern wie der Türkei oder Ex-Jugoslawien zurückgekehrt. Mehr denn je setzt Sepp auf die Eigenverantwortung von Schülern und Eltern. “Wir wissen was zu tun ist, sollten positive Corona-Fälle bei uns auftreten”, sagt Sepp. Das Krisenteam habe sich noch vorige Woche zusammengesetzt und die Maßnahmen diskutiert. “Bei uns hätte es auch ohne Anordnung aus Wien eine Maskenpflicht außerhalb der Klassenräume gegeben”, betont der Direktor.
“Bei uns hätte es auch ohne Anordnung aus Wien Maskenpflicht gegeben.”
Reinhard Sepp, Direktor BRG Dornbirn Schoren
Auf eine notwendige Umsetzung der festgelegten Szenarien bei Auftreten von Verdachtsfällen würde er freilich gerne verzichten. Bei Symptomen oder festgestellten Kontakten mit infizierten Personen müssten Eltern die betroffenen Schüler sofort von der Schule abholen. Es müsste dann unverzüglich eine Liste der Kontaktpersonen erstellt werden und die Gesundheitsbehörden von 1450 über Quarantäne- oder noch schärfere Maßnahmen entscheiden.

Am meisten Kopfzerbrechen bereiten Sepp die älteren Schüler. “Es wird mir immer noch zu viel umarmt. Und wir wissen nie wirklich, ob Schüler auf Partys oder anderen geselligen Events in geschlossenen Räumen waren.” An der Schule könne nichts passieren, wenn sich alle an die Regeln halten.