Ein neuer alter Bürgermeister in Hohenems

Vorarlberg / 13.09.2020 • 20:40 Uhr
Bürgermeister Dieter Egger freut sich über das Ergebnis.
Bürgermeister Dieter Egger freut sich über das Ergebnis.

Dieter Egger verteidigt seinen Bürgermeistersessel. ÖVP mit Wahlschlappe.

Hohenems Nicht nur die Sonne strahlt an diesem traumhaften Spätsommertag. Auch der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger (51, FPÖ) hat allen Grund zur Freude. Egger, der 2015 nach der Stichwahl den Bürgermeistersessel von Richard Amann übernommen hatte, wurde am Sonntag mit 63,45 Prozent in seinem Amt bestätigt. Auf seine Partei entfallen in der Gemeindevertretungswahl 44,18 Prozent, was einem Plus von 1,87 Prozentpunkten entspricht. Die freiheitlich regierte Stadt hält nun bei 17 der 36 Sitze. “Ich bin sehr glücklich. Das Ergebnis ist eine sehr deutliche Anerkennung der Arbeit der letzten fünf Jahre und auch ein klarer Auftrag diese Politik und die Weiterentwicklung in Hohenems voranzutreiben”, sagt Egger.

“Das kann man nicht schönreden”

Enttäuscht vom Ausgang der Wahl zeigt sich naturgemäß Gerhard Stoppel (50), Bürgermeisterkandidat der ÖVP. Die Volkspartei erlebt erneut einen Absturz und erreicht diesmal nur noch bescheidene 20,13 Prozent der Wählerstimmen (2015: 31,60 Prozent), was einen Verlust von fünf Mandaten bedeutet. In der Bürgermeister-Direktwahl erreicht Stoppel 16,03 Prozent. “Wir haben verloren, das kann man nicht schönreden”, kommentiert Gerhard Stoppel das Wahlergebnis sichtlich betrübt. Das Ergebnis führt er unter anderem auf die geringe Wahlbeteiligung in der Grafenstadt zurück. Insgesamt machten nur 50,26 Prozent der Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch. “Das hat uns nicht in die Hände gespielt.” Auch der Bonus und die Bekanntheit des Amtsinhabers Egger habe deutlich gewirkt. Die Volkspartei will, so Stoppel, jedoch auch in Zukunft sachlich und fair für Hohenems weiterarbeiten.

Bernhard Amann erfreut

Wären die Wahlen im Frühjahr durchgeführt worden, wäre Stoppel Eggers alleiniger Herausforderer geblieben. Neben Stoppel trat nun aber auch Bernhard Amann (66) mit seiner Liste „Ems isch üsr“ an und erreicht auf Anhieb 20,52 Prozent der Stimmen. In der Stadtvertretungswahl erreicht “Ems isch üsr” 12,12 Prozent. “Für uns aber auch für mich ist dieses Ergebnis super. Das ich es geschafft haben, den ÖVP-Kandidaten zu überholen ist schon sensationell. Meine Devise lautet üblicherweise Scheitern als Chance, nun bin ich einmal nicht gescheitert. Das ist ein gutes Gefühl”, ergänzt Amann. Besonders freut sich Amann über die vier Mandate in der Stadtvertretung, die teilweise mit Migranten besetzt werden sollen. “Es ist wichtig, dass auch diese Stimmen gehört werden.”

Drei weitere Listen stellten keinen Bürgermeisterkandidaten. Drittstärkste Fraktion nach der ÖVP sind die Die Grünen mit 15,99 Prozent. 2015 erreichten sie in einem Wahlbündnis mit Amanns “Emsigen” 17,57 Prozent. Auf die Steinbruch-Gegner entfallen 4,21 Prozent, auf die SPÖ lediglich 3,37 Prozent.