Bürgermeister Linhart muss Ehrenrunde drehen

ÖVP verliert 4,5 Prozent, Linhart absolute Mehrheit bei Direktwahl. SPÖ-Liste Ritsch mit größtem Zugewinn, FPÖ mehr als halbiert.
Bregenz Der Wahlsonntag in Bregenz war an Spannung kaum zu überbieten. Denn entgegen den Prognosen in der Landeshauptstadt konnte die SPÖ, die 2015 noch bei 22,89 Prozent lag, mit dem neuen Namen “Michael Ritsch: Team Bregenz” im Laufe der Auszählungen lange Zeit die Spitze halten. Erst bei der Auszählung der letzten zehn von 29 Wahlsprengeln drehte sich das Ergebnis langsam.
Am Ende war der Abstand mit zehn Prozent doch wieder so groß, dass auch Bürgermeister Markus Linhart halbwegs aufatmen konnte. Dennoch stand am Ende ein Minus von 4,5 Prozent auf der Abrechnung. „Bei sechs Parteien ist das ein Superergebnis“, gibt sich Linhart optimistisch. Für ihn ist der Wahlkampf nicht beendet. In zwei Wochen kommt es zur Stichwahl gegen Michael Ritsch, der bei der Direktwahl ein Plus von 11,67 Prozent erzielte, das ihn ihn sogar weinen ließ: „Ich habe heute Nachmittag schon dreimal geweint vor Freude“, so der Wahlgewinner, “damit darf man nicht rechnen“.

Ritsch werde die nächsten zwei Wochen jetzt rund um die Uhr dafür rennen, „dass die Bregenzer die Zukunft wählen“, ist er selbstbewusst. Während er rennen wird, „brenne ich für meine Stadt Bregenz“, so Linhart, der im Persönlichkeitswahlkampf 43,21 Prozent erzielte (2015: 50,1 Prozent). Der freiheitliche Spitzenkandidat Philipp Kuner versuchte das Wahlergebnis erst gar nicht zu beschönigen: “Das ist bitter, sehr bitter”, sagte er im Gespräch mit den VN, doch er werde beim nächsten Mal wieder antreten.
Im Gegensatz zum großen Regierungspartner konnte Sandra Schöch jubeln. “Unsere Arbeit wurde von den Bürgern honoriert” und zwar mit einem Plus von 2,56 Prozent für die Partei und 11,6 Prozent in der Direktwahl (2015: 8,14 Prozent). Mehr als verdoppelt haben sich die Neos auf 5,65 Prozent. “Damit können wir zu zweit jetzt auch Anträge stellen”, so Spitzenkandidat Alexander Moosbrugger. Gescheitert ist die Liste HaK Bregenz mit 1,99 Prozent.

