Startschuss für Vorarlbergs größte Brückenbaustelle

Vorarlberg / 10.09.2020 • 19:00 Uhr
Startschuss für Vorarlbergs größte Brückenbaustelle
So sieht die neue Rheinbrücke aus, die neben der bestehenden errichtet wird. DISSING+WEITLING

Die Hauptarbeiten für die neue Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach stehen unmittelbar bevor.

Fußach, Hard Gut Ding braucht bekanntlich Weile. Im Fall der Rheinbrücke zwischen Fußach und Hard wurde vor zwölf Jahren eine Variantenstudie in Auftrag gegeben. Die Frage lautete Instandsetzung oder Neubau? 2010 beschloss die Landesregierung, dass die Brücke neu gebaut wird. Nun ist es angerichtet. Nachdem im Juli mit den Vorarbeiten begonnen wurde, folgte am Donnerstag der Startschuss für die Hauptarbeiten. “Vor ein paar Tagen sind wir erstmals kurz vor einem Zivilschutzalarm gestanden. Diese Brücke, die hier gebaut wird, hat mit dem Rhesi-Projekt unmittelbar zu tun”, sagte Landeshauptmann Markus Wallner (53) bei der offiziellen Spatenstichfeier.

Die bestehende Rheinbrücke wurde Anfang der 1970er-Jahre auf Pfeilern aus dem Jahr 1900 errichtet.
Die bestehende Rheinbrücke wurde Anfang der 1970er-Jahre auf Pfeilern aus dem Jahr 1900 errichtet.

Die neue, knapp 70 Millionen Euro teure Rheinbrücke wird neben der bestehenden gebaut und mit 24,37 Metern fast doppelt so breit. “Der Geh- und Radweg wird beidseitig angelegt. Der Gehweg in einer Breite von drei Metern, der Radweg in einer Breite von fünf Metern. Zusätzlich wird in der Mitte eine Busspur errichtet”, erläutert Projektleiter Michael Egger von der Abteilung Straßenbau. Statt derzeit sechs Pfeilern gibt es in Zukunft nur mehr drei Pfeilerpaare. Unter anderem entfällt der bestehende Pfeiler mitten im Rhein.

Eine Visualisierung der neuen Rheinbrücke.
Eine Visualisierung der neuen Rheinbrücke.
Eine Visualisierung der neuen Rheinbrücke.
Eine Visualisierung der neuen Rheinbrücke.

Stahl im Anflug

In den vergangenen Wochen wurde die Baustelle eingerichtet, im Rheinvorland sind die ersten Baustraßen geschüttet. Der Bau der Brücke steht laut Egger unmittelbar bevor. Über den Winter sollen die Pfeiler und Widerlager im Bereich des Gefährdungsbereichs des Rheins errichtet werden. “Angedacht ist, dass die Arbeiten im April abgeschlossen werden, bevor die nächste Hochwassersaison beginnt” ergänzt der Projektleiter. Die Fertigung der Stahlbauteile sei vor seit zwei Monaten angelaufen, die ersten werden voraussichtlich im Oktober auf die Baustelle geliefert, anschließend verschweißt, beschichtet und Ende 2020/Anfang 2021 von Fußach in Richtung Hard eingeschoben. Der Verkehr soll erstmals im Sommer 2022 über das neue Bauwerk rollen und parallel dazu mit dem Abbruch der alten Brücke begonnen werden. Wirtschaftslandesrat Marco Tittler betont: “Wir verbinden zwei prosperierende Regionen mit einer modernen Infrastruktur. Es ist im Prinzip eine große Stadt, die miteinander verbunden wird.”