Auf Bezauer Sonderdach endet ein denkwürdiger Alpsommer

Vorarlberg / 10.09.2020 • 16:22 Uhr
Bürgermeister Gerhard Steurer (r.) und Ralph Broger bedankten sich stellvertretend für die Sonderdacher beim langjährigen Obmann. <span class="copyright">stp</span>
Bürgermeister Gerhard Steurer (r.) und Ralph Broger bedankten sich stellvertretend für die Sonderdacher beim langjährigen Obmann. stp

Obmannschaft der Agrargemeinschaft „blieb in der Familie“.

Bezau Das hätten sich die Mitglieder der Sonderdacher Agrargemeinschaft wohl nicht träumen lassen, dass schon wenige Tage nach einer bedeutungsvollen Jahreshauptversammlung Corona in ihrem Vorsäß vorübergehend alles verändern würde und sich der neue Alpobmann Hubert Eberle gleich zum Amtsantritt mit neuen Herausforderungen konfrontiert sieht.

Erst im Herbst „lebendig“

Im Frühling war es ungewohnt ruhig im Vorsäß, denn es verirrten sich kaum Bergwanderer auf Sonderdach, weil der Tourismus im Juni praktisch total ausgefallen war. Erst in der zweiten Vorsäßzeit – nach der Rückkehr des Viehs von der Hochalpe – kehrte Ende August wieder Normalität ein und das Älplerteam – die Familie Michael Oberhauser „Panoramabauer“ – kann wieder Gäste in „ihrem Reich“ begrüßen. Im Vorsäß gibt es zwar keine Bewirtung, aber gegen Voranmeldung gibt es Schau-Käsen und selbstverständlich werden Alpprodukte – einschließlich Speck, Schinken, Eier usw. – ab Hof verkauft. In zwei Hütten gibt es zudem Übernachtungsmöglichkeiten.

Heimat des Olympiasiegers

Beim Vorsäß Sonderdach handelt es sich um eine Agrargemeinschaft mit hundert Weiderechten und 62 Hektar Fläche. Insgesamt gibt es zwölf Hüttenrechte auf dem Sonderdach, der Grund und Boden ist im Besitz der Agrargemeinschaft. Heute ist das Vorsäß mit der kleinen Kapelle ein beliebtes Wanderziel sowie Ausgangspunkt für Wanderungen nach Schönenbach oder zum Bergrestaurant Baumgarten. Stichwort Restaurant: Früher gab es zwei Gasthäuser, die „Sonnalp“ der Familie Broger und das „Berghaus“ von Berghild Innauer. Hier hat Olympiasieger Toni Innauer seine familiären und wohl auch sportlichen Wurzeln.

Im Vorsäß ist was los

Die Nähe des Talbetriebs der Familie Oberhauser macht es möglich, dass in der Vorsäßzeit neben 50 Kühen auch 20 Rinder, drei Ziegen, 20 Hühner samt Hahn sowie Katzen und Hasen in der „Sommerfrische“ sind (Quelle: Sennalpenführer der KäseStraße). Besucher erleben deshalb Landwirtschaft hautnah in einem faszinierenden Umfeld mit einem eindrucksvollen Bergpanorama. Die Verantwortung für dieses kleine Paradies obliegt seit wenigen Monaten dem neuen Alpobmann Hubert Eberle. Das verantwortungsvolle Amt blieb in der Familie, denn Huberts Vorgänger war sein Vater Konrad, der das Amt nach 24 Jahren in jüngere Hände legte. Der 86-jährige bleibt jedoch als Obmann-Stellvertreter beratend im Vorstand. Kassier Gebhard Greber, Schriftführer Ralph Broger und die Beiräte Michael Oberhauser, Margarethe Egender-Kohler und Gebhard Brenner unterstützen den neuen Chef. STP