Rappenloch: Stadtrat Greber kontert Neos-Kritik

Pinke befürchten Hauruck-Beschluss. SP verneint.
Dornbirn Über die Rappenlochschlucht soll kommendes Jahr eine neue Brücke gebaut werden, wie Tiefbaustadtrat Gebhard Greber (SP) kürzlich bekannt gab (wir berichteten). An diesem Plan übt der Bürgermeisterkandidat der Neos, Wolfgang Fässler, nun scharfe Kritik. Der scheidende Stadtrat wolle kurz nach der Wahl das Projekt noch in einer Hauruckaktion im Tiefbauausschuss durchdrücken. Greber lässt das nicht auf sich sitzen und wirft dem Neos-Kandidaten Unkenntnis vor.
Für „demokratiepolitisch sehr bedenklich“ hält Wolfgang Fässler, dass das Thema Rappenlochbrücke auf der Tagesordnung einer Sitzung des Tiefbauauschusses am kommenden Dienstag, also zwei Tage nach der Wahl, aufscheint. „Obwohl schon neue Stadtvertreter gewählt wurden, wollen Greber und Kaufmann auf diese bedenkliche Weise noch mit den Vertretern der alten Stadtvertretung Beschlüsse fassen“, kritisiert er. So könne Stadtrat Greber noch seine Vorstellungen umsetzen, obwohl er gar nicht mehr gewählt wurde, sagt Fässler.
Kein Beschluss, nur Bericht
Gebhard Greber lässt das nicht gelten. „Wolfgang Fässler kennt die Beschlusslage nicht“, erklärte der scheidende Stadtrat gegenüber der VN-Heimat. Er stellte klar: Auf der Tagesordnung des Ausschusses stehen keine Beschlüsse, er gebe lediglich einen Zwischenbericht ab. Von einer Hauruckaktion könne keine Rede sein, die Planungen dauern bis Spätherbst, dann muss die neue Stadtvertretung über den Baubeschluss abstimmen. Er belehrt den Neos-Kandidaten zudem: „Ich bin außerdem bis Oktober gewählter Stadtrat“, also so lange, bis sich eine neue Stadtregierung konstituiert. Die Dornbirner Neos hätten noch im Februar aufgezeigt, dass kurz vor dem neuerlichen Felssturz im Rappenloch, eine Brücke ohne vorhergehende sorgfältige Baufelduntersuchung geplant wurde, sagt Fässler. Auch dem widerspricht Greber. Dem ursprünglichen Beschluss vom Oktober 2017 seien umfangreiche geologische Untersuchungen gefolgt. Die Prüfung aller Varianten habe gezeigt, dass ein Neubau an selber Stelle wie die frühere Brücke die günstigste Möglichkeit sei.