Ein Kettenfahrzeug für alle Fälle

Das sind die neuen Geländefahrzeuge des Hochgebirgs-Jägerbataillons 23.
Bludesch Die einen sagen „BvS10“, die anderen „Hägglunds“ – gemeint ist dasselbe: Die neuen Einsatzfahrzeuge des Hochgebirgsjäger-Bataillons 23, die am Donnerstag in der Walgaukaserne in Bludesch präsentiert wurden. BvS steht für „Bandvagn Skyddad“. Das ist Schwedisch und bedeutet so viel wie „geschütztes Kettenfahrzeug“. Schwedisch deshalb, weil der „BvS10“ von der schwedischen Firma Hägglunds des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems produziert wird.
Das Projekt wurde 2016 unter dem damaligen Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil in die Wege geleitet. Insgesamt wurden um 85 Millionen Euro 32 Stück bestellt. Acht davon gehen an das Hochgebirgs-Jägerbataillon 23 und sind in der Walgau-Kaserne in Bludesch stationiert. Die ersten fünf sind mittlerweile da. Der Vorarlberger Militärkommandant Gunter Hessel, Brigadekommandant Johann Gaiswinkler und Bataillonskommandant Oberstleutnant Michael Köck sprechen von einem „qualitativen Quantensprung“.
Wasser und Schnee
Das „BvS10“ ist ein Einsatzfahrzeug für alle Fälle. Es ist geländegängig, schwimm-, wat- und überschneefähig. Es verfügt über einen Infanteriemunitions- und Minenschutz sowie über eine Brandunterdrückungsanlage und eine ABC-Filteranlage. Es kann für den Transport von Hilfsmannschaften, den Abtransport von Verletzten oder zum geschützten Transport von Spezialkräften des Bundesheeres oder der Polizei bei Terroranschlägen und Amokläufen verwendet werden. Und: Es ist das einzige geschützte Fahrzeug westlich von Innsbruck. Oberstleutnant Michael Köck unterstreicht: „Internationale Konflikte, noch schwache gemeinsame europäische Sicherheitsstrukturen, die Klimakrise und ihre dramatischen Folgen sowie Naturkatastrophen und unkontrollierte Migration sowie die derzeitige Pandemie betreffen auch Österreich. Terrorismus, Cyberangriffe, hybride Bedrohungen oder bewaffnete Konflikte in der Nachbarschaft stellen ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar.“
Auf dem Dach des „Hägglunds“ befindet sich vorne eine Waffenstation und hinten auf einer Drehringlafette ein weiteres Maschinengewehr (7,62 mm). Zur Nahverteidigung gibt es eine Wurfanlage für Nebel- und Splittergranaten. Über das 360-Grad-Surround-View-System (SVS) wird mit sechs Taglicht- und Wärmebildkameras sowie Bewegungssensoren der Nahbereich überwacht. Der Angetrieben erfolgt über die vier Raupen und einem 285 PS starken Turbodieselmotor. „Wir sind keine Insel der Seligen. Jederzeit kann irgendwo eine Lage auftreten, wo wir bestausgebildetes Personal auf allen Ebenen und die richtigen Einsatzmittel benötigen“, ist Landeshauptmann Markus Wallner überzeugt.








Bundesheer: Präsentation der Universalgeländefahrzeuge „Hägglunds“ 




























